Archiv - Trainer/in des Monats

Februar 2020 - Katarzyna Schubert-Panecka

Als Expertin des Monats präsentieren wir unsere Expertin für Polen Dr. iur. Katarzyna Schubert-Panecka.

Die gebürtige Polin ist ausgezeichnete Mediatorin und hat sich auf die Themen interkulturelle Führung, Verständigung und Zusammenarbeit spezialisiert. Im Interview spricht sie unter anderem über ihre Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag mit PARLA, Unterschiede zwischen „deutschen“ und „polnischen“ Denkmustern und den Umgang mit Kommunikationsproblemen in der interkulturellen Verständigung.

Frau Schubert-Panecka, am 15. November des vergangenen Jahres haben Sie mit PARLA zum bundesweiten Vorlesetag beigetragen (Video wird verlinkt). Was stärkt Ihr Engagement für das Vorlesen?

Vor- oder Lesen überhaupt finde ich sehr wichtig, weil „die Grenzen meiner Sprache, die Grenzen meiner Welt [sind].“ (Wittgenstein) Indem wir uns mit der Sprache befassen, während jemand uns vorliest, können wir neue Welten entdecken, Phantasiereisen unternehmen oder einen vielfältigen und strukturierten Ausdruck erlernen. Gerade in unserer schnelllebigen Gesellschaft, in der vieles im Alltag vereinfacht wird, braucht es hier viel mehr Aufmerksamkeit und Zeit.
Die deutsche Sprache liefert eine schöne Struktur und Direktheit. Daher ist es angebracht, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft sensu largo auch der Mehrsprachigkeit respektvoll begegnen.

Wie schätzen Sie als PARLA-Expertin für Polen die Beziehungen zwischen Deutschland und unserem Nachbarland ein?

Über die deutsch-polnische Beziehung könnten wir uns stundenlang unterhalten. Meine Antwort würde auch davon abhängig sein, welche Ebenen wir genau betrachten. Die verschiedenen Komponenten unserer gemeinsamen Geschichte sind wichtig, die sozialen, wirtschaftlichen und privaten Ebenen sind miteinander verwoben und reagieren wechselseitig auf Bewegungen der sogenannten VUCA Welt.
Ich lebe seit fast 20 Jahren in Deutschland und arbeite seither daran, meinen polnischen MitbürgerInnen „die deutsche“ und den deutschen „die polnische" Perspektive näherzubringen. Wohlgemerkt, eine reine Form der „deutschen“ oder „polnischen“ Perspektive gibt es nicht. Sie sind vielfältig und komplex. Generell sind viele einzelne private und wirtschaftliche Beziehungen gut. Die politische Ebene ist – unter anderem- folgend der weltweiten Radikalisierung weniger zufriedenstellend.

Gibt es Gepflogenheiten, die Geschäftsleute aus Deutschland in Polen unbedingt beachten sollten?

Ich halte wenig von Rezepten oder Empfehlungen, was auf jeden und auf keinen Fall gemacht werden sollte. Vielmehr trainiere ich eine Handlungsfähigkeit mit Menschen aus aller Welt, die auf Kenntnis des bestimmten Hintergrunds der Person basiert. Um Ihnen dennoch eine Idee zu skizzieren, möchte ich die Bedeutung der Sprache wieder aufgreifen. Während die deutsche Sprache eher direkt und sachlich ist, ist die polnische Sprache deskriptiv und fokussiert die Beziehung zum Gegenüber. Folglich stößt eher die direkte Art und Weise von Kommunikation als Austausch von Informationen tendenziell (!) sowohl in Polen als auch in vielen anderen Kulturkreisen dieser Welt auf wenig Begeisterung. Die Beziehungen unter den Menschen werden in den letzteren eher sozial als sachlich betrachtet, so dass die Kommunikation primär dazu dient, diese Beziehung zu überprüfen und zu stärken.
In internationalen Mediationen begegnet mir manchmal die Situation, dass polnische KlientInnen überrascht sind von der sogenannten Kultur des Beibringens der deutschen KlientInnen. Diese kennen sie aber durchaus bei sich und können meistens über sich lachen. Ratschläge (ergo immer noch Schläge) ungefragt zu erteilen kann - nicht zuletzt folgend unserer Geschichte - schnell einen Riss in der Beziehung verursachen.

 

Gerade zur Zeit wird die Welt von politischen Spannungen erschüttert. Insbesondere bei der interkulturellen Verständigung, aber auch generell, kommt es immer wieder zu Kommunikationsproblemen, die zum Konflikt führen. Wie gehen wir solche Situationen am besten an?

Die Spannungen in den interkulturellen Begegnungen folgen oft einer Narrative der Angst, der Identifikation mit den eigenen Werten und … leider dem mangelnden Wissen. Viel lesen, kritisch denken und vor allem auch vertrauenswürdige Quellen heranziehen. Durch persönliche Reife und Dankbarkeit lerne ich meine Geschichte kennen und lerne auch, Andersartigkeit zu akzeptieren, ohne dabei naiv zu sein. So muss man auch Grenzen setzen können, wenn die eigenen Werte in Gefahr sind.

 

Möchten Sie mehr über Katarzyna Schubert-Panecka erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Expertenprofil.

Januar 2020 - Helmut König

Helmut König

Wir starten das Jahr 2020 mit unserem Experten für Vertrieb und Marketing Helmut König als Experten des Monats Januar.

Mit über 40 Jahren Erfahrung kennt er die nationale und internationale Vertriebswelt wie kaum ein anderer und bleibt dabei immer am Puls der Zeit. Im Interview spricht er über die Erfolgsrezepte seiner Karriere, spannende neue Entwicklungen im Vertrieb sowie den richtigen Umgang mit Kundenreklamationen.

Herr König, wenn Sie auf das vergangene Jahr zurückblicken: welche Erfahrung bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Das große Interesse an Vertriebs-Lehrgängen und an Trainings für Monteure. Nur drei der über 100 Teilnehmer von „Monteur und Kundenkontakt“ konnten selbstständig arbeiten; alle anderen hatten mehr Probleme mit ihren Unternehmen als mit ihren Kunden. Dort sehe ich noch viel Potenzial.

Im Marketing und Vertrieb sind Sie schon seit über 40 Jahren aktiv und haben dementsprechend viel erlebt, doch gehen immer mit der Zeit; unter anderem mit einer aktiven Onlinepräsenz. Wie gelingt Ihnen die Anpassung an die starken Veränderungen der letzten Jahre?
Je älter ich werde, desto interessanter werden Sprichwörter für mich: „Wer rastet, rostet“ oder „Weiterbildung ist wie Rudern gegen den Strom: wenn man aufhört, fällt man zurück“. Ich bin als Teilnehmer auf mindestens 20 Veranstaltungen im Jahr. Von jeder nehme ich neue Ideen mit, die sicher noch für zwei Leben reichen. Aber ich diszipliniere mich und arbeite nur an ein oder zwei Themen. Für den Rest gibt es Ideenbücher oder in meinem Fall -dateien, auf die ich bei Bedarf zurückgreifen kann.

Reklamationen gehören zum Geschäftsalltag dazu, doch können manchmal sehr emotional vom Kunden ausgedrückt werden. Wie kann man als Service-Mitarbeiter am besten einen kühlen Kopf bewahren?
Indem man sich bewusst wird, dass mit der Reklamation i.d.R. nicht die eigene Person, sondern die Firma bzw. ein Vorgang oder ein Produkt gemeint ist. Jemand, der emotional agiert, reagiert nicht auf sachliche Argumentation. Erst wenn ich die Emotion angenommen habe und Verständnis für die Anliegen des Kunden gezeigt habe, kann ich eine Reklamation sachlich lösen.

Was entfacht für Sie persönlich Ihr „Feuer“ für den Vertrieb?
Vor allem Spaß an meiner Arbeit. Ich bin weniger Vertriebstrainer als Vertriebsberater und schöpfe oft aus meinen 40 Jahren Erfahrung in Vertrieb und Marketing. Guter Vertrieb besteht aus strategischer Vorbereitung und der Fähigkeit, gut zu kommunizieren. Ich freue mich, wenn ein Plan gelingt. Dabei ist zu viel Feuer oder zu viel Leidenschaft manchmal hinderlich.

Herr König, mit welchen Themen beschäftigen Sie sich zur Zeit besonders?
Die ersten, die Lösungen statt Produkte angeboten haben, waren Maggi und Knorr mit ihren Kochbüchern. Heute bekommt man Magazine mit Informationen und Rezepten in jedem Supermarkt. Die Weiterführung davon ist Community Management, also eine Gemeinschaft zu den eigenen Themen aufzubauen, um so neue potentielle Kunden kennenzulernen. Ich habe seit über 10 Jahren eine Community mit mittlerweile über 8.000 Mitgliedern und fange an, solche Systeme auch für unsere Kunden aufzubauen. Community ist der Weg zur Problemlösung und hin zu Farming statt Hunting.

 

Möchten Sie mehr über Helmut König erfahren?

Hier gelangen Sie zu seinem Expertenprofil.

Dezember 2019 - Rolf Christiansen

Rolf Christiansen

Wir präsentieren Ihnen Rolf Christiansen als Experten des Monats Dezember.

Unser Experte für Argumentations- und Verhandlungstechniken ist bereits seit der Gründung von PARLA für uns im Einsatz und zeichnet sich durch seine Erfahrung in verschiedenen Themenbereichen aus. Im Interview verrät er uns, welches Projekt bei PARLA ihm über die 19 Jahre Zusammenarbeit besonders in Erinnerung geblieben ist, welche Strategie in Verhandlungssituationen die beste Grundlage bietet und wie seine Ausbildung zum lyrischen Bariton ihm im Trainerberuf hilft und in der Weihnachtszeit in die Pflicht nimmt.

Herr Christiansen, Sie sind bereits seit der Gründung von PARLA im Jahr 2000 als Experte dabei. Was war Ihr Lieblingsprojekt bei PARLA?
Am schönsten waren die Baustellenbesuche in Edinburgh und Stockholm. Zusammen mit den Kunden eine U-Bahn in der Bauphase zu besichtigen ist ein Erlebnis, das sich vom Alltag abhebt. Da wird das Training fast zur Nebensache. Fachlich bin ich sehr stolz auf unser Freudenberg Projekt, mit dem wir den europäischen Trainingspreis in Silber gewonnen haben.

Seitdem haben Sie Ihre Themengebiete stetig erweitert von Rhetorik und Stimme hinzu Qualitätsmanagement, Führung und Verhandlungsführung, um nur ein paar zu nennen. Welche Vorteile ergeben sich aus dieser größeren Breite?
Viele Kunden freuen sich, wenn ich viele Themen abdecken kann, weil sie sich dann auf gute Qualität verlassen können. Und mir selbst macht es Freude, wenn ich für durch die thematische Breite eine gewisse Zeit in engem Kontakt mit der Kundschaft bin. Dann arbeite ich mich auch gerne mal in neue Themen ein, das hält frisch.

Bei PARLA sind Sie oft mit den Themen Argumentations- und Verhandlungstechniken bei unseren Kunden im Einsatz. Was ist ein häufiger Fehler in Verhandlungssituationen?
Viele schielen zu früh auf das Ergebnis. Die extra Meile über die Position des Verhandlungspartners und das engagierte Werben für die eigene Position wären oft der erfolgversprechendere Weg.

Hilft Ihnen Ihre private Gesangsausbildung als lyrischer Bariton im Trainerberuf?
Das musikalische Gehör ist so tief in mir verankert, dass ich kann nicht mehr anders kann als mit der Stimme viel modulieren und deutlich artikulieren. Für die Seminarteilnehmer ist das attraktiv zu hören und hält immer die Aufmerksamkeit hoch.

Mit Blick auf das Jahresende stehen auch die Feiertage an. Wie verbringen Sie die Weihnachtszeit?
Weihnachten ist die musikalische Hochsaison des Jahres. In der Advents- und Weihnachtszeit habe ich dieses Jahr bislang 4 Gesangsverpflichtungen, eine sogar mit Streichern. Und ein Gottesdienst mit meiner Frau (Pfarrerin) in der Nacht darf nicht fehlen.

 

Möchten Sie mehr über Rolf Christiansen erfahren?

Hier gelangen Sie zu seinem Expertenprofil.

November 2019 - Katja Decker

Katja Decker

PARLA-Expertin für Stressprävention und Führung Katja Decker ist unsere Expertin des Monats November.

Die Trainerin kennt sich durch ihre eigene Erfahrung als Führungskraft bei bekannten Unternehmen bestens mit den Herausforderungen des Führungsalltags aus und ist als zertifizierte Führungsexpertin qualifiziert. Bei PARLA unterstützt Frau Decker auch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Im Interview spricht sie über die steigenden Belastungen des Alltags, Work-Life Balance für Führungskräfte und ihre eigenen Herausforderungen als Coach und Familienmensch.

Die Gesundheit wird durch steigende Belastungen in Alltag und Beruf auf die Probe gestellt. Woran erkennt man, dass Stress die Gesundheit bedroht?
Man erkennt, dass der Stress die Gesundheit bedroht, wenn man
-   nicht mehr lösungsorientiert denken kann,
-   man Symptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, unerklärliche Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Magenprobleme aufweist, um nur einige "typische Symptome" zu nennen,
-   die Energie abnimmt: Lustlosigkeit, Ermüdung, das „Wozu?" auf einmal fehlt, uvm.

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), bei dessen Einführung und Durchführung PARLA mit Ihnen unsere Kunden begleitet, geht diese Themen an und bietet Prävention, z.B. zur psychischen Gesundheit von Mitarbeitern. Wieso ist ein gezieltes und nachhaltiges Gesundheitsmanagement mittlerweile so zentral?
BGM ist mehr als nur ein Obstkorb.
Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter wünscht sich jedes Unternehmen – schließlich sind sie maßgeblich am Unternehmenserfolg beteiligt. Hier setzt das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) an. Vereinfacht gesagt geht es darum, gesundheitsgerechte Rahmenbedingungen an den Arbeitsplätzen zu schaffen und die Mitarbeiter dazu zu animieren, sich gesundheitsbewusst zu verhalten.

Blinder Aktionismus oder "Check-the-box"-Aktivitäten bringen keine nachhaltigen Effekte. Im Gegenteil: Die Maßnahmen verpuffen und die Mitarbeiter haben irgendwann keine Lust mehr auf einzelne Aktivitäten ohne Zusammenhang und Wirkung.

Sie sind auch als Führungskräfte-Coach tätig. Was zeichnet für Sie eine „gesunde“ Führungskraft aus?
Mit Konzernerfahrung und eigenen Erfahrungen "in der Stressfalle" kann ich heute als Coach viel gewinnbringender in die Reflektion gehen. Es kann und darf in dieser schnelllebigen Zeit nicht zur Gewohnheit werden, ständig und überall erreichbar zu sein. Die Digitalisierung hat viele tolle Vorteile und wird uns auch in Zukunft das Leben erleichtern, wenn wir es lernen, "richtig" und vernünftig damit umzugehen. Es braucht jeden Tag ein Stück "gesunden Egoismus", um sich um alle Lebensbereiche (Beruf, soziale Kontakte, Gesundheit und Sinnhaftigkeit) zu kümmern. Dabei zu unterstützen ist meine Herzensangelegenheit!

Als Mutter und Trainerin sind Sie auf verschiedenen Ebenen gefordert – wie managen Sie diese Doppelaufgabe?
Ich versuche täglich, alle Lebensbereiche zu bedienen und keinen Lebensbereich dauerhaft zu vernachlässigen. Ich habe gelernt, ein paar grundlegende alte Gewohnheiten dauerhaft gegen "gesunde" Gewohnheiten einzutauschen. Mein Sportprogramm findet z.B. statt, bevor der Tag beginnt, so dass ich motiviert und voller Energie starten kann. Meine Essgewohnheiten wurden auf den Prüfstand gestellt und vor allem mein Selbst- u. Zeitmanagement wurde so angepasst, dass ich für meine Familie da sein kann. Noch wichtiger: "präsent" sein!

Natürlich befinde auch ich mich mal im Dauerstress, aber heute erkenne ich die Symptome und bin viel früher in der Lage, gezielt dagegen zu steuern.

 

Möchten Sie mehr über Katja Decker erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Expertenprofil.

Finden Sie HIER mehr Informationen zu unserem BGM.

Oktober 2019 - Johanna Abraham

Wir präsentieren unsere Expertin für interkulturelle Sensibilisierung und Kommunikation Johanna Abraham als Expertin des Monats Oktober.

Die erfahrene Sprecherzieherin besitzt ein breites Spektrum an Ausbildungen und Zertifikaten und kann somit u.a. in den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Konfliktmanagement oder Mediation zum Einsatz kommen. Im Gespräch berichtet sie darüber, wie ihre Vergangenheit als Zahntechnikern ihr jetzt noch hilft, welche Irrtümer sie bei interkultureller Verständigung oft antrifft und welchen Stellenwert Veränderung für ihr Leben besitzt.

Frau Abraham, wenn Sie aus dem Fenster schauen und sehen, dass sich die Blätter nun immer schneller rot und braun färben, trauern Sie dann dem Sommer nach oder freuen Sie sich mehr auf den Herbst?
Ich lebe vorwärtsgewandt! Ich hatte einen wunderbaren und ereignisreichen Sommer mit schönen Reisen und spannenden Arbeitsaufträgen. Deshalb trauere ich ihm nicht nach, sondern zehre lange davon und freue mich auf alles, was da kommt! Abgesehen davon mag ich allzu große Hitze nicht so gerne und freue mich über die Abkühlung …

Bevor Sie den Trainerberuf begannen, haben Sie Zahntechnik gelernt. Wie kam es dazu, dass Sie sich umorientiert haben?
Ich habe viele Jahre sehr gerne in meinem erlernten Beruf gearbeitet und mich dort sehr spezialisiert. Nach der Geburt meiner Töchter fand ich den Gedanken unbefriedigend, in Teilzeit zurückzukehren und vielleicht deshalb nicht mehr auf dem Niveau arbeiten zu können, wie ich es für richtig halte. Gleichzeitig hat Kommunikation mich schon immer sehr interessiert und eine befreundete Trainerin gab mir dann den entscheidenden Tipp, mich für den Studiengang „Mündliche Kommunikation, Sprechwissenschaft und Sprecherziehung“ einzuschreiben. So konnte ich in der Familienphase ein Studium absolvieren, das heute ein sehr solides Fundament für meine jetzige Arbeit darstellt. Ich bin nachträglich sehr dankbar für diese Chance der Umorientierung und sehe die Tatsache, dass ich sowohl Handwerkerin als auch Akademikerin bin, als großen Mehrwert bei meiner heutigen Tätigkeit.

Eines Ihrer Kernthemen ist Konfliktmanagement und -moderation. Wie erkennen Sie nach einem Workshop, ob Sie nachhaltige Veränderungen bewirkt haben?
Das ist eine sehr berechtigte Frage, denn häufig ist mit einem einmaligen Workshop die Intervention abgeschlossen und nicht sinnvoll in einen Gesamtprozess eingebunden. Ich frage daher nach Absprache gerne im Nachgang bei den TeilnehmerInnen nach, wie sich die erarbeiteten Maßnahmen im Alltag bewähren. Im optimalen Fall höre ich dann, dass sich Beziehungen verändern und Bewegung in festgefahrene Situationen gekommen ist. Das braucht Zeit und muss sich nach einem Workshop erst etablieren und bewähren. Mir ist deshalb bei der Auftragsklärung besonders wichtig, den genauen Bedarf und den Status Quo zu erfragen, damit die Maßnahme maßgeschneidert ist und über den Workshop hinaus nachwirkt. Manchmal kann eine einmalige Intervention ausreichen, um einen Impuls zu setzen und die Beteiligten wieder selbstwirksam zu machen. Häufig ist aber eine längere Begleitung sinnvoll, damit festgefahrene Strukturen und eingespielte Muster sich nachhaltig verändern können. Diese Ziele und Meilensteine müssen vorher genau geklärt, in Meilensteingesprächen überprüft und ggf. in einem Follow-up weiterverfolgt werden.

Auch interkulturelle Sensibilisierung gehört zu Ihrem Repertoire. Ist das ein Thema, das angesichts der fortschreitenden globalen Vernetzung immer wichtiger wird?
Angesichts der fortschreitenden Globalisierung ist interkulturelle Kompetenz mittlerweile eine Kernkompetenz, die sich durch alle Arbeits- und Lebensbereiche zieht. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Interkulturelle Kompetenz von selbst entsteht, wenn sich Arbeitsgruppen, Freundeskreise und Nachbarschaften nur bunt genug durchmischen. Sie ist so wichtig wie das „kleine ABC“, wird aber oft missverstanden als das Kennen von kulturspezifischen Do´s & Don’t‘s. Viel wichtiger ist mir jedoch eine kulturallgemeine Sensibilisierung und kritische Reflexion der individuellen kulturellen Prägung, damit ein Bewusstsein dafür entsteht, wo Normalitätserwartungen irritiert werden. Was ist mir wichtig und warum? Welche (meist unbewussten) Normen und Werte habe ich verinnerlicht? Was davon ist verhandelbar und was nicht? Das ist mühsam und kostet Zeit und Kraft, führt aber langfristig zu befriedigerenden und tragfähigeren (Arbeits-)Beziehungen!

Für Ihr PARLA-Expertenprofil haben Sie ein Zitat von Henry Ford ausgewählt: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ Was macht die Aussage für Sie so bedeutend?
Das Leben ist zu kurz und auch zu spannend, um es sich in der einmal gefundenen Komfortzone gemütlich zu machen. Jeder von uns hat tolle Entwicklungsmöglichkeiten, es gibt ein unerschöpfliches Weiterbildungsangebot und man muss Möglichkeiten mit offenen Augen sehen und sich Herausforderungen stellen. Oft ist die Angst vor Veränderung der größte Hinderungsgrund, aber wer nichts loslässt, hat die Hände nicht frei, um neue Chancen zu ergreifen.
Ich liebe Veränderung, und Stillstand war für mich nie eine Option (siehe Frage 2). Aber ich muss ehrlicherweise auch sagen: Ich hatte immer eine große Unterstützung durch meine Familie, ein gutes Netzwerk, und nicht zuletzt einen unerschütterlichen Optimismus!

 

Möchten Sie mehr über Johanna Abraham erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Trainerprofil.

September 2019 - Clemens Nicol

Clemens Nicol

Unser Experte des Monats September ist PARLA-Experte für Mediensprechen und Moderation Clemens Nicol.

Der Münchner ist ausgebildeter Sprecherzieher und hat sich besonders auf die Verbindung zwischen Sprechen in Verbindung mit Medien konzentriert. Als Sprecher für den Bayerischen Rundfunk kann er sowohl als aktiver Sprecher, wie auch als Trainer für Mediensprechen Erfahrung vorweisen. Im Interview spricht er darüber wie er sich auf seine Auftritte vorbereitet, wie man souverän ohne präsentes Publikum zur Kamera spricht und was im Webinarraum zu beachten ist.

Herr Nicol, nach Ihrem Abschluss als Diplom-Sprecher und Sprecherzieher in Stuttgart haben Sie sich besonders auf das Sprechen in Verbindung mit Medien, also vor der Kamera im Fernsehen oder in Webinaren, spezialisiert. Wie machen Sie sich sprecherisch vor einem Auftritt fit?

Natürlich muss ich als Sprecher immer sicher gehen, dass Körper, Atem, Stimme und Artikulation wirklich wach sind. Zeit für ein schnelles Warming-Up sollte immer drin sein vor einem wichtigen Auftritt. Ich denke aber, es kommen noch zwei Dinge dazu, die genauso essentiell sind: eine gute inhaltliche Vorbereitung und ein „Moment der Sammlung“ - ein paar Sekunden nur für mich, in denen ich mir meinen Auftritt nochmal voll bewusst mache. Und dann kann’s losgehen!

Was muss ein Sprecher bedenken, wenn er vor der Kamera steht im Vergleich dazu, wenn er ein präsentes Publikum vor sich hat?

Vor der Kamera besteht die gleiche Grundproblematik wie wenn ich vor einem Mikrofon spreche: Im Studio fehlt mir mein Gegenüber, mit dem ich direkt kommunizieren kann. Ich muss es mir vorstellen, oder notfalls einfach auch mal mit einem Gegenstand wie mit einem Menschen reden ("Hallo Kamera, ich habe dir was Spannendes zu erzählen…“). Nur dadurch bekomme ich eine Ansprechhaltung, die meine Hörer bzw. Zuschauer mitnimmt.

Sie selbst sind ja erfahrener Sprecher, u.a. für den Bayerischen Rundfunk. Ist das eine Rolle in der Sie voll aufgehen?

Natürlich ist mein Job beim Bayerischen Rundfunk eine Art „Traumjob“ und er kann sehr viel Spaß machen. Einzige Ausnahme: Häufige Nachtdienste! Aber nur in den Medien arbeiten? Das ist mir dann doch zu wenig. Einen kreativen Ausgleich suche ich auf Theaterbühnen oder in musikalischen Projekten, das hält mich wach und frisch, hoffe ich.

Webinare werden immer beliebter; was muss man als Moderator dabei besonders beachten?

Wie bei einer Moderation auf der Bühne als auch eines Meetings muss ich als Moderator eine gute Struktur und die Spielregeln vorgeben und dabei immer die Fäden in der Hand behalten. Aufgrund der Gegebenheiten ist es als Webinar-Moderator noch schwieriger präsent zu bleiben und alle Teilnehmer aktiv zu halten. Außerdem muss ich die jeweilige Software sicher beherrschen. Arbeite ich mit einem Fach-Trainer zusammen, bin ich als Webinar-Moderator für die gelungene Kommunikation hauptverantwortlich; eine echte Herausforderung!

Wenn Sie mal nicht selbst der Sprecher oder der Trainer des Sprechers sind, welche Art von Auftritten sehen Sie sich dann am liebsten in Ihrer Freizeit an?

Das Sprechtheater hat es mir schon sehr angetan, natürlich auch das Musiktheater und Konzerte aller Art. Das Live-Erlebnis ist einfach nicht zu toppen! 

 

Möchten Sie mehr über Clemens Nicol erfahren?

Hier gelangen Sie zu seinem Trainerprofil.

August 2019 - Isolde Fischer-Hillebrand

Isolde Fischer-Hillebrand

Wir präsentieren Isolde Fischer-Hillebrand als PARLA-Expertin des Monats August! Sie ist unsere Expertin für Kommunikation und Performance. Zugleich ist sie Fachfrau für Konfliktmanagement, Sicherheitssensibilisierung und Arbeitsentwicklung. Letzteres Thema wird sie am 23. November im PARLA-Training „New Work – Es ändert sich was! – Nur wie und was? Die Gestaltung von Arbeit für die Zukunft“ behandeln. Im Gespräch teilt Frau Fischer-Hillebrand mit, auf was sich Teilnehmer in ihrem Training freuen können und wie man der Unsicherheit der wandelnden Arbeitswelt begegnen sollte, sowie mehr zu ihrer Person.

Frau Fischer, Sie sind leidenschaftliche (Improvisations-)Schauspielerin in einem Ensemble, das in ganz Deutschland zum Theatersport auftritt. Was gefällt Ihnen am Theaterspiel am meisten?

Das Improvisationstheater erlaubt es mir, immer wieder meine Wahrnehmung, meine Flexibilität und meine Ausdrucksweise zu trainieren. Jedes Mal trete ich mit meinen KollegInnen in Verbindung, um das Publikum da abzuholen, wo es gerade ist. Das ist immer wieder anders und ein besonderes Erlebnis, sich und das Publikum aufs Neue zu überraschen. Wenn wir es auf der Bühne schaffen, zu faszinieren, dann merke ich, dass ich den schönsten Beruf dieser Welt habe.

Sie sind auch deshalb aus gutem Grund PARLA-Expertin für Kommunikation und Performance. Was kann man von der Bühne mitnehmen für die Berufswelt?

Im Unternehmen haben die Menschen je nach Kontext verschiedene Rollen, die sie mit ihren Werkzeugen ausfüllen. Sie betreten ihre Bühnen in Meetings, beim Kunden oder auch in Gesprächen. Es geht dabei nicht darum, irgendetwas „vorzuspielen", sondern authentisch zu überzeugen und zu begeistern. Körper, Stimme, unsere eigenen Handlungsoptionen und Einstellungen sind einige der Werkzeuge, die wir alle dabei nutzen können. Gut ist es, sie vorher zu trainieren und zu schärfen, bevor es zum Auftritt in der Realität kommt.

Nun sind Sie auch in anderen Bereichen, wie New Work, Konfliktmanagement und Digitalisierung versiert – welchen Vorteil haben Sie durch Ihre interdisziplinäre Aufstellung als Trainerin?

Mein Vorteil ist, dass ich im Training auf die spezifischen Anliegen der Teilnehmenden eingehen kann. Wenn ich zum Beispiel das Thema „Eigenverantwortung stärken“ im Rahmen von New Work nehme, dann kann es sehr sinnvoll sein, Menschen auch darin zu befähigen, Konflikte konstruktiv zu lösen, anstatt sie zu vermeiden oder indirekt mit Schaden für die Produktivität auszuleben. Auch wenn es um Flexibilität und Veränderbarkeit geht, dann ist es sinnvoll, dies in einem angstfreien Raum mit kreativen Methoden zu trainieren.

Am 23. November findet bei PARLA Ihr offenes Training zum Thema „New Work – Es ändert sich was!“ statt. Was können die Teilnehmer im Training über die Thematik erfahren?

Sie erfahren welche Prinzipien und Grundgedanken sich hinter New Work verbergen. Sie erhalten einen Geschmack an Methoden und Prozesse, die hierfür stehen. Letztendlich bekommen sie auch Beispiele von Unternehmen aufgezeigt, die bereits erfolgreich Schritte in die Praxis umgesetzt haben. Zusätzlich bekommen sie die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, gegenseitig zu inspirieren, zu diskutieren und voneinander zu lernen.

New Work ist für viele Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber, ein undurchsichtiges Konzept, das auch Unsicherheiten schürt. Inwieweit sind diese Sorgen berechtigt?

In einer Welt, die immer schneller, komplexer und unsicherer wird, reagieren Menschen nachvollziehbar mit Ängsten. Ängste sind immer berechtigt. Denn ohne sie gibt es keinen Mut. Für die Veränderungen der Zeit benötigen wir allen Mut, dieser ungewissen Zukunft entgegenzutreten. Erfolgsgarantien gibt es nicht. Allerdings sollte man auch bedenken, dass Panik angesagt wäre, wenn man die Augen vor der momentanen Veränderung einfach verschließt.

Welche Veränderung der Arbeitswelt kommt Ihnen in Ihrer Tätigkeit als Trainerin persönlich am prägnantesten vor?

Ich erlebe die Menschen in meinen Trainings verwundbarer. Sie sind häufig „change-müde“ und fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz verunsichert. Dies beginnt schon damit, dass sie damit hadern, eine Fortbildung zu besuchen, weil die Arbeitsbelastung sehr hoch geworden ist. Diese Verwundbarkeit ist aber auch eine Chance - die Chance, Veränderungsbereitschaft im positiven Sinne zu begleiten und zu unterstützen. Gelebte Unternehmenswerte wie Wertschätzung, Teamgeist und Integrität geben den Menschen Halt und Zuversicht und das lässt mich immer wieder positiv auf die Zukunft blicken.

 

Möchten Sie mehr über Isolde Fischer-Hillebrand erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Trainerprofil.

Juli 2019 - Marc-Peter Zander

Unser Experte des Monats Juli ist Marc-Peter Zander! Herr Zander ist PARLA-Experte für den Kultur- und Wirtschaftsbereich Afrika und kann jahrzehntelange Erfahrung mit dem Kontinent vorweisen. Wir haben ihn zu seinem Insiderwissen befragt und bekamen interessante Antworten über das beachtliche Wirtschaftswachstum Afrikas, die Chancen des Mittelstands in Äquatornähe und seine Erfahrung mit der steigenden Professionalität der afrikanischen Wirtschaft.

Herr Zander, Sie sind PARLA-Experte für Afrika und den Markteintritt in Afrika. Wie sind Sie beruflich auf den Kontinent aufmerksam geworden?

Schon vor fast 20 Jahren hatte ich die Chance, das erste Mal nach Afrika zu reisen. Damals nach Südafrika, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Schnell habe ich beobachten können, dass hier sehr viel wirtschaftliches Potential steckt, welches mich nicht mehr losgelassen hat. Inzwischen habe ich bereits mehr als 30 Länder auf dem Kontinent bereist, wobei ich sowohl in Nigeria aber auch Südafrika gelebt und gearbeitet habe.

Afrika hatte in den letzten zehn Jahren ein größeres Wirtschaftswachstum als alle anderen Kontinente. Woran liegt das vor allem?

Realistisch muss man sagen, dass Afrika von einer kleinen Basis aus startete und somit teilweise Wachstumsgrößen von mehr als 10% realisierbar waren. Das hat sich inzwischen geändert, aber Länder wie Ghana und Äthiopien zeigen immer noch Raten von über 7%. Als Faktoren können verschiedenste genannt werden: Zum einen vorhandene Rohstoffe, zunehmende Industrialisierung und eine wachsende Bevölkerung. Zum anderen beobachten wir weiterhin auch zunehmende Investitionen in Schlüsselmärkten wie Nigeria, die vor allem aufgrund eines besseren Wirtschaftsumfeldes getätigt werden. Erst vor Kurzem sprach ich mit einem Unternehmer in Nigeria, der in eine zweite Produktionslinie für Kunststofffolie investiert hat. Er sieht im Bereich Verpackung einen stark wachsenden Markt und ist mit der ersten Anlage komplett ausgelastet.

Weshalb wird das Potenzial des afrikanischen Markts von deutschen Unternehmen noch nicht ausgiebig genutzt und lohnt es sich auch für mittelständische Unternehmen ein Engagement in Betracht zu ziehen?

Der Mittelstand hat noch immer ein falsches Bild von Afrika. Dieses wurde leider über die letzten Jahre geprägt und ist schwer zu ändern. Wir haben jedoch schon mehr als 40 Kundenreisen in Projekten organisiert und ich kann mich an niemanden erinnern, der von den Märkten nicht beeindruckt war. Weiterhin sehen wir, dass die Bearbeitung des afrikanischen Marktes natürlich komplexer ist als Märkte in Europa und Mittelständler damit teilweise überfordert sind. Wir vertreten jedoch die Meinung, dass jeder Mittelständler zumindest prüfen sollte, ob ein Engagement in Afrika sinnvoll ist, denn oft erleben wir, dass der Markteintritt zu spät ist. Erst letzte Woche eröffnete mir eine Firma aus dem Maschinenbau, dass sie schon wieder zu spät seien und die Konkurrenz bereits Aufträge in Millionenhöhe in Kenia und Nigeria abschließen konnte.

Ihre langjährige Erfahrung mit dem Kontinent hat Sie schon einige Male dorthin geführt, welcher Ort hat Sie am meisten beeindruckt?

Hier muss ich Ihnen zwei Antworten geben. Persönlich und im Urlaub hat mich der Fluss Zambesi total begeistert und ich kann jedem empfehlen einmal im Leben nach Sambia zu fahren. Nirgendwo auf der Welt ist der Sonnenuntergang schöner. Im wirtschaftlichen Kontext bin ich immer wieder von Nigeria beeindruckt. Ich habe in Afrika selten solch einen Unternehmergeist und solch eine Bereitschaft hart zu arbeiten gesehen. Teilweise habe ich Kollegen die um sechs Uhr morgens im Büro sind und bis spät abends arbeiten.

In Afrika lebt man mehr nach kairos als chronos, also nach gefühlter Zeit. „Mañana“ reicht auch noch. Wie geht es Ihnen mit der afrikanischen Gelassenheit?

Daran muss man sich gewöhnen. Aber auch hier gibt es Unterschiede von Land zu Land. Tansania ist zum Beispiel langsamer als Kenia und Ghana viel langsamer als Nigeria. Aber auch in Afrika finde ich hat sich viel getan. Die Personen werden pünktlicher und nehmen Termine inzwischen sehr ernst. Mein Rekord in 4 Tagen liegt bei 21 Terminen in Kenia.

 

Möchten Sie mehr über Marc-Peter Zander erfahren?

Hier gelangen Sie zu seinem Trainerprofil.

Juni 2019 - Henriette Konschill

Henriette Konschill

Wir präsentieren Ihnen Henriette Konschill als PARLA-Expertin des Monats Juni! Mit ihrer Stimm- und Schauspielausbildung bringt Frau Konschill die Erfahrungen mit, die für gelungene Präsentationen und Moderationen sehr hilfreich sind. Im Gespräch berichtet sie unter anderem über ihre unvergesslichen Auftritte, wie „Angewandte Improvisation“ produktiv im Trainerberuf genutzt werden kann und ihre Methode, um eine lustlose Gruppe zu motivieren.

Frau Konschill, Sie sind Wienerin mit Wohnsitz in Frankfurt am Main; sind die Wolkenkratzer der Skyline ein adäquater Ersatz für die schönen Jugendstilhäuser für Sie?

Dafür darf in Frankfurt hoch gebaut werden und die Skyline, Mainhattan genannt, ist wirklich eindrucksvoll! Ich vermisse allerdings die Wiener Kaffeehäuser. Das sind für mich ideale Orte, um im Alltag kurz die Zeit anzuhalten.

Sie sind nicht nur Expertin für Moderation und Improvisation, sondern standen auch schon auf einigen Bühnen in Europa. Welcher war Ihr unvergesslichster Gesangsauftritt?

Ich liebe Auftritte in alten Theatern wie z.B. dem wunderschönen Theater an der Wien, aber auch an ungewöhnlichen Orten wie in einem Kärntner Steinbruch, einem Bayrischen Bierzelt in Paris oder auf einem Dorfplatz in der Toskana.

Was ist „angewandte Improvisation“ und was ist ihr Nutzen?

Bei der „AI“ wird das kommunikative und kreative Können der theatralen Improvisation auf betriebliche Vorgänge übertragen. Die Teilnehmenden trainieren z.B. im Moment zu reagieren (Agilität) und als Team Schritt für Schritt vorwärts zu gehen (Kollaboration). Durch die intensiven Übungen entstehen Metaphern und Situationen und die Teilnehmenden erleben herausfordernde Themen auf einer anderen Ebene. Auch vertraute Inhalte wie Teambildung, Präsentation und Kommunikation werden neu präsentiert. Die Gruppen lernen aktiv sowie mit Spaß und Ernsthaftigkeit!

Wie kann man als Moderator die Stimmung, bspw. bei einem Workshop mit 10 Teilnehmern, heben, wenn die Gruppe lustlos erscheint?

Eine meiner liebsten Übungen ist dann „1,2,3“. Hierbei stehen sich zwei PartnerInnen gegenüber und zählen abwechselnd von 1 bis 3. Nach und nach werden die Zahlen durch fixe Bewegungen oder Ausrufe (z.B. ein Klatschen, ein lautes „Yeah“ oder ein das Trainingsthema aufgreifendes Wort) ersetzt. Die Präsenz und Konzentration der Teilnehmenden werden augenblicklich erhöht!

Welche Qualität, die Sie in Ihrer Schauspielausbildung gelernt haben, ist besonders hilfreich für den Trainerberuf?

Einerseits eine neue Definition von Bühne: Wenn wir vor Menschen sprechen, sind wir fast immer in einer „Bühnensituation“. Dementsprechend gelten auch Bühnengesetze und -regeln. Andererseits bin ich mir meiner Rolle als Trainerin bewusst. Besonderen Spaß macht es mir natürlich, im Trainingsraum für die Teilnehmenden Charaktere und typische Haltungen vorzuspielen!

 

Möchten Sie mehr über Henriette Konschill erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Trainerprofil.

Mai 2019 - Haili Fu

Haili Fu

Unsere Expertin des Monats Mai ist Haili Fu. Sie ist PARLA-Expertin für interkulturelle Kommunikation zwischen Deutschland und China und fungiert zusätzlich als Beraterin und Mediatorin. Im Interview erklärt sie, welche Grundvoraussetzungen für die interkulturelle Kommunikation notwendig sind, die wirtschaftliche Win-Win Situation in den chinesisch-deutschen Beziehungen und ihre Motivation, Vermittlerin zwischen den beiden Kulturen zu sein.

„Es sind nicht unsere Füße, die uns weiterbewegen, es ist unser Denken“ – dieses Zitat von Konfuzius haben Sie als Ihr Motto bei PARLA gewählt. Weshalb?

Die Grundvoraussetzung für eine gelungene interkulturelle Kommunikation ist der Wille und die Bereitschaft, vorurteilsfrei fremde Kulturen und Menschen anzunehmen. Wie wir wissen, führen unterschiedliche Kulturen zu unterschiedlichen Denkweisen. Es ist unsere Denkweise, unsere Wahrnehmung und unsere Reflektion, die das Handeln lenken.

Sie sind in China aufgewachsen und nun bereits seit über 25 Jahren in Deutschland wohnhaft und beruflich tätig. War es schon immer Ihr Wunsch nach Deutschland, bzw. Europa zu kommen oder war es eine spontane Entscheidung?

Ja, es war immer mein Wunsch, ins Ausland zu gehen und die Welt kennenzulernen. Nach meinem Studium in China hatte ich die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen; insofern war die Wahl eher zufällig. Deutschland ist mittlerweile meine zweite Heimat geworden, und ich fühle mich hier zuhause.

China gilt wegen des rasanten Wirtschaftswachstums zu den ökonomischen Großmächten auf dem globalen Markt. Die Kooperation zwischen Deutschland und China wächst stetig; welche Vorteile ergeben sich für beide Seiten?

Es ist eine Win-win-Situation. Für deutsche Unternehmen, insbesondere in der Automobil- und Maschinenbauindustrie, ist der chinesische Absatzmarkt unverzichtbar. "Made in Germany" genießt immer noch einen sehr guten Ruf. Gleichzeitig profitiert China durch das Technologie-Know-how.

Als interkulturelle Expertin sind Sie bestens mit den Geschäftsbeziehungen vertraut. Was ist für deutsche Geschäftsleute besonders zu beachten im Umgang mit ihren chinesischen Partnern?

Respekt ist das A und O. Überheblichkeit kommt bei chinesischen Geschäftspartnern sehr schlecht an.

Für PARLA sind Sie als Expertin für interkulturelle Kommunikation, Beratung und Mediation im Einsatz, zum Beispiel auch mit Entsendungscoachings für Chinesen und Deutsche. Was macht Ihnen daran besonders Spaß?

In meiner Brust schlagen zwei Herzen: ein chinesisches und ein deutsches. Es ist für mich ein Privileg, zwischen den beiden Kulturen vermitteln zu dürfen, denn es ist mein inniger Wunsch, als Brücke zwischen China und Deutschland zu dienen.

Und was machen Sie, wenn Sie gerade mal nicht beraten, trainieren oder vermitteln?

Ich reise sehr gerne und bin neugierig auf andere Kulturen, Länder und Menschen.

 

Möchten Sie mehr über Haili Fu erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Trainerprofil.

April 2019 - Liudmila Gerasimova

Liudmila Gerasimova

Wir präsentieren Ihnen unsere Russland-Expertin Liudmila Gerasimova als Expertin des Monats April. Neben interkulturellem Austausch und Vermittlung zwischen Deutschland und Russland ist sie auch als Vertriebs- und Kommunikationstrainerin für PARLA tätig. Im ausführlichen Interview gibt Frau Gerasimova Einblicke in die Entwicklung und Potenziale der deutsch-russischen Beziehungen, die häufigsten Fehler deutscher Unternehmer auf Geschäftsreise und die Vorzüge Ihrer Themenbreite für die Arbeit im interkulturellen Kontext.

Frau Gerasimova, Sie sind gebürtige Russin und leben momentan in Köln – wofür können Sie sich mehr begeistern: Pelmeni (gefüllte russische Teigtaschen) oder Sauerbraten?

Ganz klar für Pelmeni, aber nur wenn sie handgemacht und sehr klein sind. Sauerbraten ist mir zu deftig und Hausmannskost ist grundsätzlich nicht mein Fall. Ich bevorzuge leichtere Küche mit einem Touch an Frische und Kreativität. Pelmeni lassen sich auch wunderbar abwandeln, z.B. in Teigtaschen mit Spinat oder auch in eine süße Variante mit Quark und Beeren, dann heißen sie allerdings Wareniki. Auch das mag ich sehr gerne.

Bei PARLA liegt Ihr Schwerpunkt auf den interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Was ist Ihr Paradebeispiel für einen Fauxpas, den man als deutscher Unternehmer in Russland machen kann?

Auch noch heutzutage zu glauben, dass man als Deutscher „mehr Ahnung“ hat und den russischen Geschäftspartnern die Welt erklären zu wollen. Leider beobachte ich immer noch genau diese Haltung, die den deutschen Unternehmern den Stempel der „arroganten Besserwisser“ in Russland beschert. Solche Klischees in beide Richtungen zu bekämpfen bedarf offensichtlich leider noch einiger Jahrzehnte.

Darüber hinaus ist es ein absoluter Fauxpas, sich den Kalender so vollzupacken, dass man als deutscher Geschäftsreisender nur so von Termin zu Termin hetzt, ohne sich Zeit für Beziehungspflege zu nehmen oder sich für die russische Kultur zu interessieren. Einer meiner deutschen Klienten hat es sehr zugespitzt auf den Punkt gebracht und im Coaching gefragt: „Wie lange muss ich dieses Palaver denn über mich ergehen lassen?“ Diese Haltung ist äußerst kontraproduktiv in Russland, wo sehr viel Wert auf eine emotionale Mensch-zu-Mensch-Kommunikation und auf Vertrauensaufbau gelegt wird.

Welches wirtschaftliche Potenzial liegt zwischen den beiden Ländern noch im Verborgenen?

Darüber, was noch im Verborgenen liegt, vermag ich erst gar nicht zu urteilen. Viel bitterer ist es für mich zu erleben, wie viel Potenzial in den letzten 5 Jahren ungenutzt blieb, obwohl es bis dato aktiv von beiden Seiten gelebt und gestaltet wurde. Die äußerst intensiven und gegenseitig befruchtenden Beziehungen in wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Sektoren, die sich in meiner Wahrnehmung bis 2014 stabil entwickelten, sind leider in den letzten Jahren den politischen Interessen zum Opfer gefallen. Viele Expatriates haben bzw. mussten Russland verlassen; viele deutsche mittelständische Unternehmen sind vom russischen Markt verschwunden.

Dies finde ich als Entwicklung sehr schade, da russische Großstädte einerseits einen attraktiven Markt mit klassischer Vorliebe für „Made in Germany“ darstellen und sich andererseits Stück für Stück zu Standorten entwickeln, an denen junge, innovative Unternehmensideen geboren und zügig umgesetzt werden. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Gerade in den Bereichen Service, Gastronomie, Hotellerie, Mode oder auch IT sowie Bildung & Kunst erlebe ich einen Aufschwung an einheimischen Dienstleistungen und Produkten, die ich mir auf dem vergleichbaren Level häufig auch in Deutschland wünsche. Und da findet meines Erachtens leider zu wenig Austausch statt. Wir reduzieren uns gegenseitig auf die „gewohnten“ Branchen wie Automotive & Maschinenbau (für DE) und Öl & Gas (für RUS), anstatt neue Branchen für die Zusammenarbeit zu eröffnen, uns von politischen Diskussionen abzukoppeln und noch viel mehr voneinander zu lernen.

Ihre Themenschwerpunkte sind mit Executive Training, Vertriebstraining und interkulturellem Training sehr vielfältig. Wie wichtig ist eine gewisse Breite von Themen im interkulturellen Kontext?

Ich bin einerseits ausgebildete Trainerin für Vertrieb, Service und Kommunikation und andererseits zertifizierte interkulturelle Trainerin und Coach. Mein Portfolio ist tatsächlich breit und ich arbeite auf allen hierarchischen Ebenen. Doch die Bausteine meines Profils ergeben für mich und meine Kunden ein perfektes Zusammenspiel - zum Beispiel, wenn ich mit Vertriebsteams arbeite, die an unterschiedlichen Standorten eine gleichsam professionelle Kundenansprache finden wollen. Da ich in drei Sprachen trainiere (Deutsch, Englisch und Russisch), lagen meine Einsatzorte letztes Jahr zwischen Riga und Shanghai und mit jedem Team profitiere ich von meiner interkulturellen Expertise, selbst wenn der Fokus des Trainings nicht auf Cultural Awareness, sondern auf klassischen Vertriebs- oder Führungskompetenzen liegt.

Letzten Endes geht es in interkultureller Kommunikation stets um Perspektivenwechsel und die Fähigkeit, im Spannungsfeld oberflächlich konträrer Verhaltensmuster zurück zu den tieferliegenden, gemeinsamen Werten zu finden. Nichts anderes passiert auch in der Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Führungskraft oder auch zwischen Kunde und Kundenberater - all das sind verschiedene Kommunikationskulturen. Um diese zu beherrschen, erarbeiten wir in den Trainings das passende Repertoire und feilen vor allem an der eigenen wertschätzenden Haltung. Da kommt meine thematische und methodische Breite selbstverständlich zur Geltung.

Sie haben im Laufe Ihrer Beraterkarriere auch China als neues kulturelles Feld für sich entdeckt. Planen Sie bereits eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking?

Nein, gebürtige Moskauer reisen nicht gern mit der Transsibirischen Eisenbahn - das überlassen wir lieber den deutschen Touristen ;) 
Ich war beruflich sowohl in Peking als auch in Shanghai und bin nach wie vor der Faszination Chinas erlegen. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch im Rahmen privater Reisen mehr von diesem Land und seinen Menschen erleben darf. Bis jetzt bin ich sehr glücklich darüber, dass mir ein äußerst erfolgreiches Projekt mit chinesischer Vertriebsmannschaft eines deutschen Konzerns gelungen ist und dass wir kommunikativ und kulturell zueinander gefunden haben.

 

Möchten Sie mehr über Liudmila Gerasimova erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Trainerprofil.

März 2019 - Teresa Komeyer

Teresa Komeyer

Als Expertin des Monats März präsentieren wir Ihnen Teresa Komeyer.
Seit 25 Jahren ist sie bereits in der Personalberatung und im Management-Training tätig und kann daher beachtliche Erfahrung in diesem Gebiet vorweisen. Bei PARLA leitet sie am 26. und 27. Juni das offene Training „Recruiting mit Erfolg“, in dem Sie die Möglichkeit haben, von Teresa Komeyers Erfahrungsschatz in der Personalauswahl zu profitieren. Im Interview spricht sie über die Wichtigkeit von sorgfältigem und professionellem Recruiting und gibt Einblicke in die Vorteile der Coachdogs-Methode.

Sie haben einen Hund, der sicherlich morgens Bewegung braucht. Sind Sie Frühaufsteherin oder Morgenmuffel?

Meine Seminarhündin braucht den ganzen Tag Bewegung und hilft mir dabei, selbst immer in Bewegung zu bleiben. Das hält fit, und deshalb stehe ich morgens sehr gerne etwas früher auf. Ich bin vorwiegend gut gelaunt – besonders morgens, denn die Lizzy zaubert mir jeden Morgen ein Lächeln ins Gesicht.

Sie können dank Ihrer Coachdogs-Ausbildung sogar Trainings mit Hund anbieten – wie hilfreich kann tierische Unterstützung dabei sein?

Die tierische Unterstützung hat viele Facetten: 1. Lockert die Anwesenheit meiner speziell für diese Arbeit ausgewählten Hündin die Seminaratmosphäre auf und trägt zur guten Grundstimmung der Teilnehmer bei. 2. Spiegelt sie den Teilnehmern auf eine ganz charmante und sehr ehrliche Art ihr Verhalten, damit sie es in der Situation besser reflektieren können. 3. Sorgt sie dafür, dass die Teilnehmer die Situationen nachhaltig erinnern. Viele Teilnehmer sprechen im Nachgang von unvergesslichen Situationen.

Sie sind ja bereits seit vielen Jahren im Trainingsgeschäft tätig und führen zur Zeit gemeinsam mit Anja Oser eine Führungskräfteentwicklung für PARLA bei einem unserer Kunden durch – was macht aus Ihrer Sicht eine gute Führungskraft aus?

Eine gute Führungskraft zeichnet sich für mich dadurch aus, dass sie individuelle Rahmenbedingungen für Leistung im Unternehmen schafft.

Am 26. und 27. Juni 2019 findet Ihr offenes Training „Recruiting mit Erfolg – Bewerberinterview = Auswahl + Personalmarketing“ statt; weshalb ist gutes Recruiting so wichtig?

Bei der Rekrutierung geht es für mich in erster Linie darum, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu bekommen. Dabei sind für mich neben der fachlichen Qualifikation auch die Persönlichkeit (Typologie) und die Werte eines Kandidaten sehr wichtig. Nur dann, wenn alle drei Aspekte passen, kann aus meiner Sicht eine erfolgreiche Zusammenarbeit entstehen. Die Softskills werden oft bei der Auswahl vernachlässigt.

Was kann ein Recruiter tun, um die Nervosität eines Bewerbers zu mindern?

Natürlich sollte man direkt zu Beginn des Gesprächs eine gute und lockere Atmosphäre schaffen und wertschätzend mit dem Bewerber umgehen. Häufig hilft auch ein wenig Small Talk über ein tagesaktuelles Thema oder die Anfahrt.

Sie sind auch Jägerin. Nach welchen neuen Themen oder Tätigkeitsbereichen jagen Sie derzeit?

Ich bin immer auf der Jagd nach spannenden Themen rund um das Thema Führung – und, seit ich mit meiner Hündin Lizzy arbeite, auch nach Themen über tiergestützte Persönlichkeitsentwicklung.

 

Möchten Sie mehr über Teresa Komeyer erfahren?

Hier gelangen Sie zu ihrem Trainerprofil.

Februar 2019 - Christian Multerer

Christian Multerer

Wir freuen uns Ihnen Christian Multerer als Experten des Monats Februar präsentieren zu dürfen. Er ist im Vergleich zu unseren Trainerveteranen erst seit letztem Jahr ein Teil von PARLA, doch weiß bereits früh wie man seine ersten Projekte angeht. Der Doktor der Wirtschaftswissenschaften leitet am 10. April 2019 das offene Training „Projektmanagement im Change-Prozess – Change-Projekte erfolgreich planen und durchführen“ und beantwortet uns wie seine persönlichen Projekte aussehen und über seine Lehrerfahrung im Ausland.

Herr Multerer, der Winter hat Heidelberg fest im Griff. Sind Sie froh darüber oder sehnen Sie sich schon nach dem Sommer?

Letzte Woche habe ich im Wintermantel gefroren und in den nächsten Tagen soll es schon fast sommerliche Temperaturen haben. Heißt, meine Kellerprojekte werden zum Abschluss gebracht und die Planung für das Gartenprojekt aufgenommen werden. 

Welches ist Ihr nächstes Projekt?

Ein ehrgeiziges Veränderungsprojekt haben meine Familie und ich erst kürzlich zu Ende gebracht. Wir sind nach langer Suche erfolgreich gewesen und in ein Haus gezogen. Dabei gab und gibt es sehr viele Dinge gleichzeitig abzuarbeiten. Die größte Gefahr ist ein „Projektinfarkt“. Es gilt, realistisch zu bleiben, denn nicht alle Veränderungsaufgaben lassen sich gleichzeitig bewältigen.

Sie besitzen den „Lean Six Sigma Black Belt“, der Sie als „Vollzeitverbesserungsexperte“ qualifiziert – was heißt das genau?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum vor allem Veränderungsprojekte in der Praxis scheitern. Ein Grund liegt in der Auswahl des Projektleiters. Bei Lean Six Sigma Black Belt Projekten müssen bereichsübergreifende Teams zielgerichtet geführt werden. Hierbei sind fundierte fachliche Kenntnisse und eine hohe Sozialkompetenz erforderlich. Des Weiteren nimmt der Lean Six Sigma Black Belt die Rolle des Motivators ein, der für die Verbreitung von Lean Six Sigma in der Organisation sorgt. Als Lean Six Sigma Black Belt ist man qualifiziert, Projekte unter Anwendung bewährter Six Sigma und Lean Methoden eigenverantwortlich und erfolgreich umzusetzen.

Sie haben vor Ihrer Tätigkeit als Coach und Trainer unter anderem an Wirtschaftsschulen in China und Polen gelehrt. Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen?

Tätigkeiten im Ausland verändern positiv. Man wird offener für Erfahrungen, gewinnt an emotionaler Stabilität und Teamorientierung. Im Ergebnis wird die Persönlichkeit in den Facetten gestärkt, die erfolgreiche von gescheiterten Projekten unterscheiden.

 

Möchten Sie mehr über Christian Multerer erfahren?

Hier gelangen Sie zu seinem Trainerprofil.

Januar 2019 - Alena Germann

Wir starten das neue Jahr mit Power und passend dazu mit Alena Germann als Expertin des Monats Januar. Die Diplom-Fitness-Ökonomin aus der Pfalz kennt sich sowohl mit körperlicher als auch mentaler Fitness aus und leitet deshalb auch das offene PARLA Training „Mental fit“ am 21. März 2019. Im Kurzinterview spricht Alena Germann über mentale Fitness, ihren Karrierewunsch als Schülerin und ihre Aufgaben außerhalb des Trainerberufs.

Das Jahr 2019 hat begonnen; haben Sie sich Vorsätze für’s neue Jahr gemacht?

Nein, ich ändere Dinge in meinem Leben lieber sofort und warte nicht auf einen Jahreswechsel.

Was wollten Sie früher als Kind einmal werden, und wie sind Sie beim Trainerberuf gelandet?

Ich wusste bis zum Abitur, und eigentlich auch noch danach, nicht wirklich, was ich werden wollte. Als meine Bio-Lehrerin uns alle fragte, was wir werden wollten, sagte ich: „Glücklich und reich. In der Reihenfolge!“ Ich habe schon immer gerne für meine Ideen und Themen begeistert. Heute verdiene ich u.a. damit mein Geld.

Sie leiten am 21. März das offene Training „Mental fit - Mit „joggendem“ Gehirn zu mehr Leistungsfähigkeit“ – was ist Ihrer Meinung nach die erstaunlichste Eigenschaft, die unser Gehirn besitzt?

Es kann uns „reinlegen“, ohne dass wir es merken . Es kann umprogrammiert werden - so dass wir es merken. Beides sollten wir nutzen für ein entspannt(er)es (Arbeits-)Leben.

Wie verhält sich körperliche zu mentaler Fitness?

Beide sind massiv abhängig von einander. In meinem ersten „Leben“ als studierte Diplom-Fitness-Ökonomin traf ich immer wieder Menschen, die massiv aus der Balance waren. Es ist bei den heutigen Ansprüchen nicht leicht, Balance zu finden und erst recht zu halten. Aber wenn man es nicht versucht…

Sie sind ja sehr vielseitig in Ihrem Spektrum als Trainerin und zudem auch noch in der Personalvermittlung für Italien, Griechenland und Polen tätig. Wie schaffen Sie es, sich bei all dem gut zu konzentrieren?

Ich baue auf Unterstützung und zwar in allen Lebenslagen und -bereichen: als Geschäftsführerin, als Trainerin sowie als Hausfrau und Mama. Dies ermöglicht mir, mich immer auf das zu konzentrieren, was ich gerade machen möchte. Hierdurch kann ich präsent sein und dem Augenblick meine komplette Achtsamkeit und Wertschätzung schenken.

 

Möchten Sie mehr erfahren?

Hier geht's zu Alena Germanns Trainerprofil!