Archiv - Expert*in des Monats

August/ September - Dr. Heike Rompelberg

Expertin der Monate August/ September ist unser Expertin für Führung und Personalentwicklung, sowie Coach für HR und Potenzialanalyse Dr. Heike Rompelberg

Für die Monate August und September stellen wir Ihnen unsere Expertin Dr. Heike Rompelberg aus Heidelberg vor. Im Interview spricht sie darüber, wie Führung auf Distanz funktionieren kann, über die häufigsten Fehler bei Vorstellungsgesprächen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten in der modernen Arbeitswelt besonders wichtig sind.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Sie leben in der Heidelberger Bahnstadt mit Passiv-Bauweise. Wie gefällt es Ihnen in Heidelbergs neuestem Stadtteil?

Mein Mann und ich fühlen uns sehr wohl in der Bahnstadt. Wir gehören zu denen, die als „Pioniere“ dorthin gezogen sind. Damit war es leicht, Kontakte zu knüpfen und die Nachbarn gut kennenzulernen. Auch die Nähe zum Bahnhof gefällt uns sehr gut, ebenso das Leben in einer Wohnung im Passivhaus. Wir sind schnell in der Altstadt und schauen gleichzeitig ins Grüne.

 

Frau Rompelberg, Sie sind Expertin für Führung und Personalentwicklung. Wie hat sich der Führungsstil Ihrer Meinung nach aufgrund der Einschränkungen im letzten Jahr und durch den Anstieg der Heimarbeit verändert – funktioniert Führung auf Distanz und wenn ja, wie? Was können Betriebe aus dieser Erfahrung mitnehmen in Hinblick auf den Zusammenhalt im Team?

Meine Wahrnehmung ist, dass viele Führungskräfte mehr Vertrauen in ihre Mitarbeitenden entwickelt haben. Wenn vorher durch die Anwesenheit im Büro schon mehr kontrolliert werden konnte, hat dies abgenommen, und Mitarbeitende haben mehr Eigenverantwortung entfalten können. Alleine durch diese beiden Faktoren funktioniert Führung auf Distanz gut. Wichtig ist hierbei, auch weiterhin als Ansprechpartner*in zur Verfügung zu stehen und regelmäßige Jourfixe und Meetings stattfinden zu lassen. Dabei sollte auch genügend Raum für Austausch auf nicht-fachlicher Ebene gegeben werden, z. B. durch Daily oder Weekly Huddles. Die neue Führungsherausforderung dürfte jedoch sein, auf „Hybrid“ umzustellen, d. h. ein Teil des Teams ist im Büro, der andere Teil des Teams im HomeOffice.

 

Ihr Spezialgebiet sind Assessment Center. Was sind dabei Erfolgsfaktoren?

Wesentlich ist sicherlich, mit den Anbietern zu besprechen, was diese konkret anbieten, welches Vorgehen sie vorschlagen, was ihnen wichtig ist. Und welche Erfahrungen die durchführenden Assessoren vorweisen können. Anbieter orientieren sich zum Teil an den Qualitätsstandards des Arbeitskreises AC, die ich für sehr empfehlenswert halte. Auch sich Empfehlungen von HR-Abteilungen anderer Unternehmen einzuholen, ist sicherlich sinnvoll.

 

Im April 2022 sind Sie für PARLA im Einsatz für ein offenes Training, bei dem Sie Bewerber*innen dabei unterstützen, in einem Vorstellungsgespräch positiv zu überzeugen. Wie gelingt es Ihrer Meinung nach, selbstbewusst und offen aufzutreten und die eigenen Stärken nach außen zu präsentieren, ohne dabei überheblich zu wirken?

Meine Empfehlung: Authentisch sein. Sich nicht verstellen und die Fragen ehrlich beantworten, also keine Antworten geben, von denen man glaubt, dass diese „gehört werden wollen“. Dies gelingt am besten, wenn man seine Stärken und auch Schwächen kennt und weiß, was man (nicht) will. Zudem ist es förderlich, wenn Bewerber*innen Situationen schildern können, in denen sie ihre Kompetenzen gezeigt haben. Damit das selbstbewusste Auftreten nicht in Überheblichkeit übergeht, sollten sich Bewerber*innen respektvoll gegenüber den Gesprächspartnern zeigen und gut zuhören. Auch das Eingestehen von einem Fehler, den man möglicherweise gemacht hat (und gleichzeitig erzählen, was man daraus gelernt hat), kann einer möglichen Überheblichkeit entgegenwirken.

 

Ihr persönliches Motto von Antoine de Saint-Exupery lautet: „Um klar zu sehen, genügt ein Wechsel der Blickrichtung“. Welche Bedeutung hat dieser Spruch für Sie?

Den Spruch habe ich für mich im Sinne eines „Perspektivenwechsels“ interpretiert. Meine eigenen Erfahrungen haben mich gelehrt, dass es hilfreich ist, sich auch in das Gegenüber hineinzuversetzen. Dadurch wird mehr Verständnis für die andere Meinung oder das Anderssein des anderen geweckt, und ganz neue Perspektiven bis hin zu neuen bzw. alternativen Lösungsmöglichkeiten können entstehen.
Am Eingängigsten hierfür finde ich das folgende Bild: Man geht einen Weg entlang und geht genau denselben Weg zurück – Das, was man auf dem Rückweg sieht, ist anders als der Hinweg.

 

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Juni/ Juli - Kirstin Vogel

Expertin der Monate Juni/ Juli ist unsere Expertin für Kommunikation und Veränderung Kirstin Vogel

„Menschliche Beziehungen basieren auf wirksamer Kommunikation – Unternehmenserfolge auch!“
So lautet das persönliche Motto unserer Expertin für Kommunikation und Veränderung der Monate Juni und Juli – Kirstin Vogel.
Im Interview verrät sie uns die Besonderheit ihrer drei Wohnorte, welche Faktoren eine Rolle bei der Veränderungsarbeit spielen und was Kreativität damit zu tun hat und wie sich die Macht der Kommunikation auf zwischenmenschliche Beziehungen auswirkt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Frau Vogel, Sie leben und arbeiten im schönen Bremen, in Hamburg und sogar auf Mallorca. Wie kommt es, dass Sie drei verschiedene Wohnsitze haben und aus welchem Ort schöpfen Sie die meiste Kraft?

Wie sagt man so schön - das ist historisch gewachsen. Ich arbeite bundesweit und habe gleichzeitig in allen drei Städten Kunden oder besondere Themen, die ich von dort aus regelmäßig bediene. In allen drei Orten finde ich besondere Kraft-Ressourcen: Hamburg ist Großstadt, kreativ und multi-kulti, Bremen ist die kleine hanseatische Einheit, bodenständig und persönlich und Mallorca ist für mich Natur, Achtsamkeit, das Besinnen auf das Wesentliche.


Sie sind unsere Expertin für Kommunikation und Veränderung. Welche Rolle spielen Empathie, Humor und Kreativität für Sie bei der Veränderungsarbeit?  

Nachhaltige Veränderung kann nur entstehen, wenn auch die Emotionen „gesehen“ werden. Mit Empathie und Humor kann es gelingen, eine Leichtigkeit in der Schwere zu schaffen, in denen die Betroffenen Interesse und Neugier darin entwickeln, sich und Ihre Rolle im Prozess zu hinterfragen. Sie probieren sich aus, kreieren neue Lösungsideen. Humor und Empathie helfen mir dabei, einen Rahmen der psychologischen Sicherheit zu schaffen, in denen Veränderungen besprechbar werden - Lösungen umgesetzt und von allen mitgetragen werden.


Ihr Motto lautet „Menschliche Beziehungen basieren auf wirksamer Kommunikation – Unternehmenserfolge auch!“ – in welchen Situationen hat Sie dieser Leitspruch in den vergangenen Jahren motiviert?

Kommunikation ist ein machtvolles Instrument. Auch, wenn wir alle miteinander täglich sprechen und die Sprache von Kindesbeinen gelernt haben, verletzen wir uns - bewusst oder unbewusst. Das passiert dem Einzelnen, dem Team, der Organisation. Jeder Einzelne, der ein Bewusstsein über die Steuerungsmöglichkeiten seiner sozialen Beziehungen entwickelt, erhöht seinen Erfolg - und den Erfolg seines Unternehmens. Es macht mir große Freude, diese Mission in die Unternehmen zu tragen - motivierend wirkt mein Motto dann, wenn der Weg zum Ziel noch weit entfernt scheint.


Sie haben viele Jahre Berufserfahrung im Bereich Marketing. Welche Dinge haben Sie aus Ihrer Arbeit in der Werbebranche mitnehmen können für Ihre Arbeit mit der Kommunikation?

1. Innere Klarheit führt zu äußerer Klarheit.
2. Die Welt ist voller bunter Persönlichkeiten - es braucht ein gemeinsames Ziel, Vertrauen, Regeln, Commitment und Austausch, um sie zu vereinen.
3. Kreativität ist harte Arbeit - und ist erlernbar.


Seit 2020 haben Sie mehrere Weiterbildungen im Bereich Online Moderation und virtuelles Training absolviert. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus Ihrer Erfahrung bei der Arbeit zum Beispiel mit Ihrem Thema „kreative Problemlösungstechniken“, wenn Sie es online durchführen?

Ich arbeite viel mit Kleingruppen in Breakout-Sessions, die nach dem Zufallsprinzip zusammengewürfelt werden. Das heißt, wir arbeiten online sehr interaktiv zusammen, selbst kleine 5-Minuten-Sessions sind ohne großen organisatorischen Aufwand möglich. Das erhöht die Kreativität des Einzelnen, er stellt sich immer wieder neu auf sein Gegenüber - und seine Skills - ein. Der Teilnehmer kommt noch mehr ins aktive Tun. Der Nachteil ist, dass ein Plausch in der Kaffeepause durch nichts zu ersetzen ist und seine besonderen Vorzüge hat.

 

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April/ Mai - Marcus Feuß

Experte der Monate April/ Mai ist unser Experte für Sprechkunst/ Schauspiel, Körper-Atem-Stimme und Rede-Rhetorik Marcus Feuß

Wir präsentieren Ihnen Marcus Feuß als unseren Experten der Monate April und Mai. Er ist nicht nur Experte für Sprechtraining und Rhetorik, sondern auch Hörbuch-Sprecher und Kabarettist. Bei PARLA ist er unter anderem im Einsatz für Stimm- und Sprechtrainings. Im Interview verrät er uns, was es mit seinem persönlichen Motto auf sich hat und welche Rolle die Bühne auch bei seiner Trainertätigkeit spielt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Herr Feuß, Sie wohnen in Stuttgart und haben auch dort studiert. Wie geht es Ihnen als Sprecherzieher in der Hauptstadt des Schwäbischen?

Insgesamt fühle ich mich in Stuttgart sehr wohl. Nachdem ich 20 Jahre in Berlin gelebt habe, war es selbstverständlich auch für mich eine gewisse Umstellung, zum Studieren weit in den Süden zu ziehen, aber den berüchtigten "Kulturschock", vor dem mich viele Berliner gewarnt haben, habe ich zum Glück nicht so stark empfunden. Insgesamt finde ich Stuttgart deutlich übersichtlicher als Berlin, das gefällt mir sehr gut. Auch in Stuttgart gibt es sowohl viele Möglichkeiten zum Ausgehen, als auch viele schöne Parks und Grünanlagen. Und es gibt natürlich das Frühlingsfest und den Cannstatter Wasen :) Und wenn das Heimweh nach meiner Heimatstadt doch mal zu groß wird, muss ich mich ja auch nur ca. 6 Stunden in den Zug setzen.

Für Einzeltrainings für PARLA habe ich einen schönen Raum in Degerloch gefunden, mit Blick über die ganze Stadt.

 

Ihr Motto lautet: „Mache dein Sprechen zum Erlebnis für den Zuhörer!“ – Was verbinden Sie persönlich mit diesem Leitspruch?

Mit kräftiger Stimme, wirkungsvollem Ausdruck und präsenter Körperhaltung überzeugen und die Zuhörerschaft somit in den Bann ziehen- das bedeutet für mich sein Sprechen zum Erlebnis zu machen. Mein Ziel in meinen Seminaren ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestmöglich dabei zu helfen, ihr individuelles Sprechen zum Erlebnis werden zu lassen, sowohl bei Präsentationen oder Reden im Beruf, als auch beim Sprechen von Gedichten oder Prosatexten auf der Bühne. 

 

Sie haben an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst studiert, sind Experte für Sprechkunst und Schauspiel und treten auch als Kabarettist auf. Sind Sie auch als Trainer ein wenig Schauspieler?

Natürlich versuche ich auch als Trainer so natürlich und authentisch wie möglich zu sein bzw. zu agieren. Dennoch schlüpfe ich, wenn ich Seminare gebe, auch in eine Rolle, in dem Fall in die Rolle des Trainers und verhalte mich somit selbstverständlich anders als beispielsweise als Privatperson. Und es gibt noch eine weitere Parallele zum Auftreten auf der Bühne: Denn auch wenn ich als Trainer vor den Leuten stehe, versuche ich mich begreiflich zu machen und möglichst klar, gut verständlich und wirkungsvoll zu sprechen. Dies alles benötige ich auch beim Sprechen auf der Bühne. Ich befinde mich somit in meinen Seminaren ebenfalls in einer Auftrittssituation. Da auch viele meiner Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer selbst unterrichten, ist mir stets wichtig, diese Parallelität zwischen Auftrittssituationen auf der Bühne und beispielsweise in einem Seminarraum aufzuzeigen. 

 

Sie sind auch Sprecher für Hörbücher. Was für eine Art von Hörbüchern nehmen Sie auf und welches ist Ihr Lieblingshörbuch?

Selbst nehme ich alle möglichen Arten von Hörbüchern auf. Von Kinderliteratur, über Fantasy bis hin zu Krimi- und Horrorromanen. 

Wenn ich ein Lieblingshörbuch nennen müsste, wäre das wohl die Harry Potter Reihe von Rufus Beck. Ich finde es faszinierend, wie er es schafft nur mit seiner Stimme den vielen unterschiedlichen Charakteren Leben einzuhauchen und sie somit sehr authentisch und gut greifbar gestaltet.

 

Ende April sind Sie im Einsatz für PARLA mit einem Stimm- und Sprechtraining. Was hat Sie an PARLA begeistert und warum passen Sie so gut zu uns?

Mich fasziniert an PARLA der große Pool an kompetenten und erfahrenen Expertinnen und Experten, die deutschlandweit im Bereich "Kommunikation" im Einsatz sind. Beim ersten Experten-Stammtisch, an dem ich teilgenommen habe, hatte ich den Eindruck, dass die Expertinnen und Experten ein sehr enges und gutes Verhältnis zueinander haben und sich regelmäßig konstruktiv miteinander austauschen. Es ist für mich sehr motivierend und spannend, Teil eines solchen Teams zu sein. Ich bin mir sicher, dass ich dadurch auch meine eigenen Kompetenzen als Experte gut weiterentwickeln kann.

Da ich auch selbst gerne Vorschläge, beispielsweise zu weiteren Seminarangeboten, einbringe und hier die Möglichkeit dazu habe, denke ich, dass ich gut zu PARLA passe, nicht zuletzt auch deshalb, da es mir wichtig ist, Leuten dabei zu helfen, ihre Kommunikation und ihr Sprechen zu verbessern und wirkungsvoller zu gestalten. Bei PARLA habe ich die Möglichkeit dazu. Daher freue ich mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit!

 

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Januar/ Februar 2021 - Cristina Ramalho

Expertin der Monate Januar/ Februar ist unsere Expertin für Brasilien und Lateinamerika Cristina Ramalho

Cristina Ramalho hat in Brasilien studiert und ist seit 1998 als Trainerin, Coach und Beraterin für interkulturelle Kommunikation tätig. Nebenbei engagiert sie sich ehrenamtlich als Leiterin einer Angehörigengruppe von trauernden Kindern bei TrauBe e.V. in Köln. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit als multilinguale Trainerin und die bedeutendsten Unterschiede zwischen der deutschen und brasilianischen Kultur.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Liebe Frau Ramalho, das Jahr 2021 hat begonnen. Haben Sie Vorsätze für das neue Jahr? Und worauf freuen Sie sich dieses Jahr am meisten?

Meine Vorsätze sind:

  • Meine Kinder durch ein schwieriges Schuljahr zu begleiten
  • 2020 habe ich die Zeit genutzt, um mich in verschiedenen Bereichen (online-Moderation, Konflikt-Moderation, Projektmanagement, Tele-Tutor-Training) aus- und weiterzubilden. 2021 möchte ich mich intensiver mit der Umsetzung dieser Themen in meiner Arbeit beschäftigen.
  • Viel Sport. Sobald die Temperatur es erlaubt, im freien Wasser zu schwimmen und mit meinem SUP-Brett auf dem Rhein zu paddeln!

 

Ihr Motto lautet „Nicht die Dinge ändern sich; wir ändern uns“ von H.D. Thoreau. Inwiefern hat Ihnen dieses Zitat persönlich geholfen, mit der außergewöhnlichen Situation der Corona-Pandemie umzugehen und was finden Sie, hat sich in der Gesellschaft am meisten verändert?

Wir haben alle gemerkt, dass wenn wir nicht flexibel auf die Pandemie reagieren, wir bald verloren haben. Die Veränderungen waren da wie ein großer Elefant im Raum, den wir nicht sehen wollten. Wir haben gelernt, dass wir mit der Veränderung umgehen sollten und nicht dagegen steuern. Corona lehrte die Gesellschaft in Deutschland mit dem „Nicht-wissen“ umzugehen; sprich: wir haben gelernt mit Ambiguität umzugehen. Wir haben alle gemerkt, dass wir auf viele Dinge verzichten können – aber nicht auf die für uns wichtigen persönlichen Kontakte.

 

Sie sind Expertin für interkulturelle Kommunikation. Hierbei haben Sie sich auf Brasilien spezialisiert und haben auch dort studiert. Was fasziniert Sie an der brasilianischen Kultur? Was sind Ihrer Meinung nach die bedeutendsten Unterschiede zwischen der deutschen und der brasilianischen Kultur?

Was mich an Brasilien so fasziniert ist, dass Gegensätze wie z.B. modern und traditionell, manchmal nebeneinander wohnen. Mich fasziniert, dass wir stolz sind, Lösungen zu finden in Situationen, in denen schon viele aufgegeben hätten. Mich fasziniert die Spontanität von unplanbaren, schönen Momenten im Leben.

Die bedeutendsten kulturelle Unterschiede sind meiner Meinung nach in der Hierarchie (power distance) und in der Kommunikation zu finden: Brasilien ist eine ehemalige Kolonialgesellschaft – das dürfen wir nicht vergessen. Menschen aus hierarchischen Gesellschaften können sehr schnell die Nuancen zwischen den hierarchischen Stufen (wer wohin gehört) erkennen. Das ist eine der Herausforderungen für Führungskräfte, die aus Kulturen kommen, in denen die hierarchischen Unterschiede nicht so groß sind. Brasilianer*innen trennen tendenziell die Sache nicht von der Person. Aufgrund dessen gibt es eine Überlappung zwischen Arbeits- und Privatsphäre: Freunde werden zu Kolleg*innen und Kolleg*innen werden zu Freunden. Dadurch ist es bei Konflikten viel schwieriger, sachlich zu bleiben.

 

Sie arbeiten bei PARLA in verschiedenen Trainingssprachen: Deutsch, Portugiesisch und Englisch. Wie leicht fällt Ihnen der Wechsel zwischen den Sprachen?

Da ich meistens auf Deutsch oder Portugiesisch trainiere, sehe ich da keine Unterschiede. Es sei denn, die Teilnehmenden sprechen Dialekt – die Feinheiten / Nuancen kann ich nur mit Mühe verstehen. Wenn ich auf Englisch trainiere, bin ich am zweiten Tag meistens müder als sonst!

 

Als Coach bieten Sie interkulturelle Trainings an und sind im Bereich Spouse-Coaching tätig. Was verbirgt sich dahinter?

Im Spouse-Coaching geht es darum, dass der/die mitausreisende*r Partner*innen eine Möglichkeit bekommen, über die Entsendung und über ihre eigenen Ziele und persönliche Entwicklung zu reflektieren.

Eine Zeit lang habe ich auch oft Coaching für Expat-Kinder gegeben. Meistens wollen die Kinder wissen, wie die einheimischen Kinder ticken, wie die Schule ist, wie die Freizeitangebote in dem Ort sind. Es ist sehr wichtig, hier die Fragen der Kinder ernst zu nehmen und mit ihnen über die Veränderungen in ihrem Leben zu sprechen.

 

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Dezember 2020 - Natascha Clasing

Natascha Clasing

Expertin des Monats Dezember ist unsere Expertin für Medien- und Bühnensprechen Natascha Clasing. 
Im Interview spricht sie über ihr Schauspielstudium und wie es ihren Trainingsalltag beeinflusst. Außerdem erhalten Sie eine Anleitung für entspannende Stimm- und Atemübungen sowie hilfreiche Tipps zur Verbesserung Ihrer Schlagfertigkeit.
Viel Spaß beim Lesen!

Frau Clasing, Sie haben ein Schauspielstudium am Mozarteum in Salzburg absolviert. Inwiefern profitieren Sie als Trainerin von Ihrer Schauspielerfahrung?
Ich glaube, davon profitiere tatsächlich nicht nur ich, sondern vor allem auch meine Teilnehmer*innen, gleich in mehrfacher Hinsicht: Zum einen ist die Bühne ja gewissermaßen mein zweites Zuhause. Daher habe ich natürlich viel Erfahrung darin, vor Gruppen zu sprechen und meine Körpersprache und Stimm- und Sprechweise zielgerichtet einzusetzen. Und davon profitieren auch meine Teilnehmer*innen, denn Sie erhalten hier echtes Profi- Know How, das von der Pike auf gelernt wurde.
Außerdem entwickelt man als Schauspieler*in natürlich ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Das ist ja sozusagen Grundvoraussetzung, um sich in eine Rolle hineinversetzen zu können. Und diese Fähigkeit unterstützt mich natürlich auch darin, als Trainerin und Coach mein Gegenüber wirklich da abzuholen, wo er oder sie gerade steht - und eben auch zwischen den Zeilen lesen zu können. Und zu guter Letzt hat sich in über 20 Jahren Bühnenerfahrung einfach ein großes Gespür für einen dramaturgischen Gesamtbogen entwickelt. Ich kriege nach meinen Trainings oft die Rückmeldung: wow, das Training ist ja jetzt wie im Fluge vergangen?!! Und war so spannend und abwechslungsreich, dass ich wirklich von A bis Z dabei war.

Seit einigen Jahren sind Sie auch selbst an der Theaterakademie als Ausbilderin tätig. Was unterscheidet die Studierenden an der Theaterakademie und Mitarbeiter*innen in einem Unternehmen als Zielgruppe am meisten?
Die Studierenden an der Hochschule sind in der Regel vor allem deutlich jünger und kommen meist direkt von der Schule. Von ca. 800- 1000 Bewerbern jährlich werden nach einer mehrtägigen Eignungsprüfung nur 8 Student*innen aufgenommen. Die Studierenden sind hochbegabt, sehr kreativ und bisweilen auch noch etwas wild. Mitarbeiter*innen in Unternehmen befinden sich naturgemäß in einer ganz anderen Lebensphase, haben bereits ein Studium oder eine Ausbildung hinter sich und tragen oft viel Personal- und Unternehmensverantwortung. Das Lernen erfolgt daher deutlich eigenverantwortlicher.

Seit 2002 sind Sie Expertin für Sprech- und Stimmtraining sowie Mediensprechen. Welche ist Ihre Go-To Stimm- oder Atemübung, um sich auf einen stressigen Tag mit vielen wichtigen Gesprächen vorzubereiten?
Ganz wichtig: Wärmen Sie die Stimme vor sprechintensiven Tagen unbedingt auf - z.B. durch Summen in einer entspannten Sprechstimmlage. Spielen Sie dabei mit unterschiedlichen Tonhöhen. Zusätzliches Kauen entspannt den gesamten Stimmapparat. Stellen Sie sich vor, Sie würden etwas Köstliches essen: hmmmmm, Schokolade!!!
Außerdem: Gerade in den Wintermonaten ist die Raumluft durch Heizung und Klimaanlage in der Regel sehr trocken. Dadurch trocknen auch die Schleimhäute aus, was schnell zu Kratzen im Hals und Heiserkeit führen kann. Achten Sie daher gerade jetzt in der kalten Jahreszeit besonders darauf, ausreichend zu trinken: über den Tag verteilt mindestens 2 Liter. Am besten stilles Wasser. Kaffee trocknet den Körper eher zusätzlich aus.

Für PARLA führen Sie unter anderem Trainings zum Thema „Souverän reagieren“ durch. Was sind Ihre wichtigsten Tipps, um in brenzligen Situationen schlagfertig zu kontern?
Ein unfairer Angriff ist für viele verständlicherweise eine pure Stresssituation – unser System reagiert darauf mit einer Art Schockstarre: der Körper friert ein, der Atem stockt und der Kopf ist leer. Und in so einem Zustand fällt uns natürlich auch keine schlagfertige Antwort ein, um uns zu verteidigen – was wiederum neuen Stress verursacht. Ein negativer Teufelskreis entsteht, der uns noch lange nach der Situation „in den Gliedern“ stecken kann. Aber das muss nicht sein! Damit diese Negativspirale gar nicht erst entsteht, folgende Tipps:

  1. Ganz wichtig: bewegen Sie sich, um aus der Schockstarre zu kommen! Eine kleine Veränderung der Sitzposition, eine Verlagerung des Standbeines reichen meist schon vollkommen aus, um die Schockstarre zu überwinden.
  2. Atmen Sie aus! Denn auch der Atem stockt in solchen Situationen. Doch ohne zu atmen, können wir nicht sprechen. Durch das Ausatmen kommt der Atem (und damit auch wir selbst) wieder in Fluss und neue Inspiration – im doppelten Wortsinne – kann geschehen.
  3. Stellen Sie eine Gegenfrage. Damit rechnet der „Angreifer“ in der Regel nicht und ist oft selbst erst einmal perplex. Ihr Gegenüber kommt in Zugzwang und Sie gewinnen Zeit zu überlegen, wie Sie weiter mit der Situation umgehen wollen.

 

Als Motto begleitet Sie das Zitat „Durch Kommunikation können Ansichten zu Einsichten werden.“ von Ernst Reinhardt. Gibt es eine Situation, die Sie besonders mit diesem Zitat verbinden?
Oh, da gibt es viele Situationen! Im Grunde begleitet mich dieser Leitspruch den ganzen Tag. Es ist eine Art Lebenseinstellung geworden, durch Kommunikation über den eigenen Tellerrand zu schauen. Es ist ungemein inspirierend und bereichernd, auch andere Perspektiven einzunehmen.

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür! Wie verbringen Sie die Weihnachtszeit? Was ist Ihre liebste Weihnachtstradition?
Die Weihnachtszeit in diesem Jahr ist sicher für uns alle eine sehr besondere! Viele typische Traditionen, wie Weihnachtsmarkt-, Kirchenkonzertbesuche o.ä. fallen aus. Vermutlich wird auch das Weihnachtsfest selbst nur im engsten Familienkreis möglich sein. Ich mache es mir daher dieses Jahr umso bewusster zuhause mit meinen Lieben gemütlich. Gemeinsames Backen, Vorlesen und Singen haben bei uns eine große Tradition.

 

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November 2020 - Jörg Schumann

Jörg Schumann

Experte des Monats November ist unser Business- und Mental Coach Jörg Schumann.
Der Hamburger ist Experte für Personalauswahl, -entwicklung und Konfliktmanagement und lehrt als Dozent an verschiedenen Hochschulen im Fach Psychologie. Im Interview spricht er darüber, was ihn als Coach auszeichnet und welche Auswirkungen die Corona Pandemie auf das Stresslevel von Arbeitnehmer*innen haben kann. Außerdem erklärt er, wie wichtig es ist, sich sinnvollen Aufgaben zu widmen, um erfüllt und glücklich zu sein.
Viel Spaß beim Lesen!

Herr Schumann, Sie wohnen im schönen Hamburg. Was gefällt Ihnen an Ihrem Wohnort am meisten?
Ich habe das große Glück, im grünen Norden Hamburgs im schönen Stadtteil Bergstedt zu wohnen. Von meinem Garten aus können wir direkt über ein weites Feld bis zum Sonnenuntergang schauen und ich sitze dort oft mit meiner Familie, aber auch mit meinen Coachees und wir genießen die Natur und die Perspektive. Dieser Ort ist für viele eine Oase und ein herrlicher Ausgleich zur Arbeit im Büro oder in Zoom-Calls. Und natürlich liebe ich die Kultur Hamburgs und habe selbst einen Literaturkreis und einen Cineastenclub gegründet.

Sie haben für PARLA als Coach für ein Bauunternehmen in Berlin gearbeitet und waren schon einmal Focus-Top-Coach. Was zeichnet Ihr Coaching besonders aus? 
Ich glaube, die Menschen spüren, dass ich mich wirklich für sie interessiere und ich nicht nur aus einem Programm Module abspule. Ich kann mich wirklich auf sie und ihre Bedürfnisse einstellen. Das kann ich, weil ich sehr viele Methoden kenne und mich stets weiterbilde. Das Coaching bei mir ist so praktisch oder eben so spirituell wie es der Kunde braucht. Es gibt Kunden, mit denen mache ich eine gesamte Karriereplanung vom Herausfinden des "Why" bis zum banalen operativen Umsetzen in Bewerbungsaktivitäten. Es gibt Kunden, mit denen mache ich neuronal wirkende Stressbewältigungsstrategien und andere, mit denen plane ich wichtige Geschäftsbesprechungen oder Konfliktbewältigungen minutiös durch. Ich arbeite "ganzheitlich" d.h. unter Einbindung von Körper, Geist und Seele, aber ich achte stark darauf, dass jeder (nur) die Anregung bekommt, die er gerade braucht und verkraften kann.

In einem Fachartikel haben Sie sich mit dem Thema „Stress- und Burnoutprophylaxe“ beschäftigt. Wie beeinflusst Ihrer Meinung nach die Corona-Pandemie das Stresslevel von Arbeitnehmer*innen?
Corona verschärft die Ungleichheiten, die es in der Arbeitswelt gibt, enorm: Während viele unserer Kunden begeistert sind von den Möglichkeiten, die ihnen das Homeoffice bietet und davon in vielerlei Hinsicht profitieren, gibt es andere, deren Stresslevel über das Aushaltbare gestiegen ist. Verunsicherung und Einschränkungen erhöhen das Stresslevel natürlich, nicht zu vergessen die Angst vor Arbeitsplatzverlust oder gar Existenzängste. Gleichzeitig kommen die Menschen wieder mehr zu sich, und manche nutzen diese Zeit für einen Neuanfang, gar nicht, weil sie gezwungen sind, sondern weil sie innerlich bereit sind, Zeit für sich haben und merken: So wie bisher kann und soll es nicht weiter gehen.

Sie sind unter anderem Coach für Karrieremanagement und Bewerbungstrainings. Haben Sie Tipps für Bewerber*innen in Krisenzeiten auf einem angespannten Arbeitsmarkt?
Ich glaube, dass man aufhören sollte, auf eine Stellenanzeige eines Großkonzerns zu warten, die zu einem passt. Es ist Eigeninitiative, Originalität und "Mut zum Sinn" gefragt. Man sollte sich - nach einer strukturierten Analyse der eigenen Stärken und Wünsche - für eine Aufgabe einsetzen, die wirklich einen Unterschied und gesellschaftlich Sinn macht. Es reicht nicht aus, dass die Aufgabe "interessant" sein mag, wie z.B. dabei mitzuwirken, das 187. Shampoo auf den Markt zu bringen, um den Wettbewerber 1,4% Marktanteil abzujagen - erfüllend und sinnvoll ist dies nicht und die Menschen merken das zunehmend. Besonders, wenn man über 40 ist. Wenn man sich den wirklichen Aufgaben unseres Zeitalters zuwendet, wird man feststellen, dass es genug zu tun gibt. Und wenn man weiß, was man will, war es nie leichter, die Menschen zu finden, die einen für diese Aufgabe einstellen.

Agile Management-Methoden wie Scrum und Kanban sind in Unternehmen mittlerweile Gang und Gäbe. Sie selbst sind zertifizierter ScrumMaster®. Was fasziniert Sie an der Methode am meisten?
Diese neuen Methoden passen einfach in unsere schnelle Zeit voller Wechsel und Ungewissheiten. Diese Zeiten erfordern viel mehr gemeinsame Reflexion über die Art des Arbeitens, viel mehr Teamverantwortung und viel mehr "Psychologie". Die Methoden befördern Bewusstseinsprozesse, machen Dinge schneller anschaulich, sodass man viel schneller reagieren und die Prozesse den wirklichen Bedürfnissen anpassen kann. Ich sehe darin eine große Chance für Unternehmen und Abteilungen, die Motivation zu steigern, zu besseren Ergebnissen und zu einem faireren und vernünftigeren und erfüllenderem Miteinander zu kommen. Und darum muss es doch gehen: Dass wir eine sinnvolle Arbeit machen, bei der man in einem guten, konstruktiven Miteinander gute Ergebnisse erzielt und dabei lernt, Schritt für Schritt besser zu werden und dabei persönlich und als Team zu wachsen.

 

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September 2020 - Sabine Bay

Sabine Bay

Expertin des Monats September ist unser Coach für Persönlichkeitsentwicklung Sabine Bay.
Im Interview spricht sie über die Lockerung und den Wandel der Knigge-Regeln im Berufsalltag sowie über ihre Beweggründe, Coach für Persönlichkeitsentwicklung zu werden. Viel Spaß beim Lesen!

 

Frau Bay, Sie haben mehrjährige Berufserfahrung als Führungskraft in der Sportartikelbranche. Was sind Ihre bedeutsamsten Erfahrungen aus dieser Zeit?
Es lohnt sich, sich für ein Ziel auf den Weg zu machen. Ich habe als Führungskraft gelernt, auch die Herausforderungen anzunehmen, welche über meinen Wissensstand hinausgehen und dadurch meine persönlichen Grenzen zu überschreiten.
Ich bin der Meinung, dass Sportler und Führungskräfte einiges gemeinsam haben. Um „dran“ zu bleiben braucht es positive Emotionen, die beflügeln und motivieren. Mich selbst zu motivieren und gleichzeitig die Motivation meiner Mitarbeiter*innen zu fördern, war ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Seit 2007 sind Sie Expertin für Führungskräftecoaching, Persönlichkeitsentwicklung sowie Selbst- und Stressmanagement. Was hat Sie dazu bewegt, Trainerin und Coach zu werden?
Mir persönlich sind die Themen Selbst- und Stressmanagement, persönliche Entwicklung und unternehmerisches Denken und Handeln sehr vertraut. Es gab aber auch immer wieder Situationen, wo ich einen persönlichen Coach für sehr wertvoll erachtet hätte. Ich finde es als Trainerin wunderbar, mein Wissen und meine Lebenserfahrung weiterzugeben und als Coach genieße ich es, „unwissend“ und „fragend“ durch den Prozess zu führen.

Sie sind zertifizierte Knigge-Trainerin und Imageberaterin. In den letzten Jahren konnte eine Lockerung der Knigge-Regeln für den Büroalltag beobachtet werden. Welche Umgangsformen zählen Ihrer Meinung nach noch immer und sind für den sozialen Umgang mit Kolleg*innen und Vorgesetzten entscheidend?
Ja, das stimmt, die „Knigge-Regeln“ haben sich im Beruflichen und Privaten gelockert, was jedoch nicht bedeutet, dass gute Manieren heute überholt sind. Für mich spielt heute mehr denn je ein wertschätzender, verantwortungsbewusster, rücksichts- und respektvoller Umgang mit anderen, mit sich selbst und natürlich auch mit unserer Erde eine große Rolle. Ebenso haben in Zeiten der Globalisierung die Umgangsformen einen besonderen Stellenwert.

Sie sind für PARLA im Einsatz zum Thema „Business-Knigge und Kommunikation“, beispielsweise auch für Auszubildende. Wird das Thema aus Ihrer Sicht immer wichtiger?
Ich erlebe, dass sich in den letzten Jahren der Fokus verschoben hat. Es gibt in der Erziehung und der Schule mehr „Freiheiten“ und weniger „Regeln“. Das macht es spätestens im Berufsleben schwieriger, sich an die allgemeinen und auch firmeninternen Umgangsformen zu halten. Was die Kommunikation betrifft, so findet diese bei jungen Leuten mehr über Social Media Plattformen als im persönlichen Gespräch und Austausch statt. Nach einem Training erlebe ich immer wieder bei den Auszubildenden ein gestärktes und sicheres Auftreten im persönlichen Umgang mit den Kolleg*innen.

Als Motto haben Sie sich ein Zitat von Jean Anouilh ausgewählt: „Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht.“ Was verbinden Sie mit diesem Zitat?
Dieses Zitat ist täglich mein persönlicher Begleiter. Für mich hat es sehr viel mit Flexibilität, Perspektivenwechsel und Wahlmöglichkeit, gepaart mit meinen eigenen Gedanken zu tun.
Ich könnte es auch in einem anderen Satz ausdrücken: „Meine Gedanken und ICH haben es in der Hand“.

 

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Schauen Sie sich nach Online-Trainings oder Coaching von Heike Schönmann oder anderen Expert*innen um?

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Juli/August 2020 - Heike Schönmann

Heike Schönmann

Expertin des Monats Juli/August ist unsere Trainerin für Gesundheitsmanagement & Gender Diversity Heike Schönmann.
Die ursprüngliche Rechtswissenschaftlerin spricht im Interview über ihre Beweggründe, Trainerin und Coach zu werden, sowie über die wichtige Rolle des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Gender Diversity in modernen Unternehmen.

Frau Schönmann, Sie haben Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg studiert und bringen mehr als 20 Jahre Berufserfahrung im Personalbereich z.B. auch bei einem unserer Kunden mit. Was hat Sie dazu bewegt, Trainerin zu werden?
Wie Sie sagen, war ich mehr als 20 Jahre in unterschiedlichen Firmen beschäftigt und dabei immer im HR Bereich. Ich habe mich vom Bereich Arbeitsrecht immer mehr in Richtung Personalentwicklung und Organisationsentwicklung entwickelt, zahlreiche Fortbildungen in diesem Bereich besucht und oft als interne Co-Trainerin fungiert. Das hat mir immer am meisten Freude bereitet. Nachdem ich auch eine umfangreiche Coachingausbildung gemacht hatte, war für mich klar, dass ich künftig Menschen in Ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen will. So kam der Entschluss, mich als Beraterin, Trainerin und Coach selbständig zu machen.

Im Oktober sind Sie als PARLA Trainerin für die „2-tägige Qualifizierung zum innerbetrieblichen BGM-Companion“ im Einsatz. Welche besonderen Vorteile können Unternehmen aus einem innerbetrieblichen BGM-Companion Ihrer Meinung nach ziehen?
Aus meiner Sicht ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) elementarer Bestandteil eines attraktiven und leistungsfähigen Unternehmens. Es braucht dazu interne Verantwortliche für dieses Thema, sonst wird es stiefmütterlich behandelt. Der innerbetriebliche BGM-Companion koordiniert intern das BGM, initiiert für das Unternehmen passende Maßnahmen und sorgt für eine nachhaltige Umsetzung und Evaluation. Außerdem promotet er die internen Angebote – denn wenn nicht bekannt ist, welches BGM-Angebot für Mitarbeiter*innen besteht, werden diese es auch nicht nutzen.

In Zeiten von Informationsflut und schneller werdendem Wandel wird das Handlungsfeld der psychischen Gesundheit, innerhalb des betrieblichen Gesundheitsmanagements, immer wichtiger. Welchen psychischen Belastungen sind Arbeitnehmer*innen besonders häufig ausgesetzt und welche Tipps können Sie geben?
Gerade in der heutigen „VUCA“ Welt, einer volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Arbeitswelt, sind Mitarbeiter*innen oft nicht mehr so fokussiert und müssen viele verschiedene Aufgaben in immer kürzeren Zyklen bewältigen. Oft führt das zu Orientierungslosigkeit oder Überforderung. Der Umgang mit einer als Stress empfundenen Umgebung gelingt nicht allen Mitarbeitern*innen. Gerade jetzt in Zeiten von Corona kommt noch die Mehrbelastung von Homeoffice und Homeschooling dazu, was so manchen Mitarbeiter*in an den Rand der Belastbarkeit führt. Ich denke, hier ist sowohl jeder Einzelne als auch das Unternehmen gefordert. Mit einer anderen Erwartungshaltung ist schon viel Druck herausgenommen. Damit meine ich, dass der/die Mitarbeiter*in nicht denken sollte, er/sie müsse sowohl im Büro als auch in der Rolle zuhause 100% perfekt sein. Und wenn diese Anforderung auch seitens des Unternehmens durch Vorgesetzte in diesen Zeiten reduziert werden kann, ist das schon eine mentale Unterstützung. Aber auch durch Angebote in Sport und Entspannung können Arbeitgeber Mitarbeiter*innen unterstützen, mal eine Auszeit zu nehmen, um den eigenen Akku wieder aufzuladen.

Sie sind unter anderem Expertin für Gender Diversitiy und Förderung von Frauen in Führung. Was ist die größte Herausforderung, der sich Frauen in Führungspositionen am häufigsten stellen müssen?
Eine der größten Herausforderungen für Frauen ist es oft, den Mut zu haben, in Führung bzw. weitere Führung zu gehen. Sie glauben, mindestens zu 80 % das Anforderungsprofil der Stelle erfüllen zu müssen, um eine Chance zu haben, während Männer sich schon bewerben, wenn Sie nur ca. die Hälfte aller Kriterien erfüllen.  Frauen äußern auch häufig nicht deutlich genug, dass sie Führungsfunktionen übernehmen wollen – und wenn das niemand weiß, werden sie auch nicht gefragt. Aber es liegt nicht nur an den Frauen, sondern auch an häufig männlich dominierten Entscheidungsgremien, die lieber „Gleiches“ nachziehen.

Sie wohnen im schönen Plankstadt, einem kleinen Vorort von Heidelberg. Was gefällt Ihnen an Ihrem Wohnort am meisten?
Am meisten gefällt mir die Ruhe und die Natur in unmittelbarer Umgebung, und dazu die Nähe zur schönen Stadt Heidelberg, in der ich auch studiert habe.

 

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Juni 2020 - Bettina Engelbrecht

Bettina Engelbrecht

Expertin des Monats Juni ist unsere Trainerin für Rhetorik, Kommunikation und Konfliktbearbeitung Bettina Engelbrecht. 
Die Diplom Sprechwissenschaftlerin spricht im Interview über wichtige Aspekte der Teamentwicklung und Konfliktbearbeitung in Organisationen.

Frau Engelbrecht, wie verbringt eine diplomierte Sprechwissenschaftlerin Ihren idealen Sommertag? Starten Sie mit Stimm- oder Sprechübungen?
Ich mache jeden Morgen 10 Minuten Yoga, das hilft mir, gut in den Tag zu starten. Wenn es ganz ideal läuft, gehe ich danach Joggen, und ich habe nach einem gemütlichen Frühstück einen erholsamen und erlebnisreichen Tag mit meiner Familie in der Natur, am liebsten in den Bergen. 

Aktuell sind Sie im Bereich Teamentwicklung in Brandenburg für PARLA tätig. Was trägt Ihrer Meinung nach am meisten zur erfolgreichen Teamentwicklung bei?
Aus meiner Sicht sind es mehrere Dinge, die zu einer erfolgreichen Teamentwicklung beitragen. Die wichtigsten sind dabei für mich:

  • Dass alle im Team zu Wort kommen und gehört werden,
  • Dass die Schätze der Zusammenarbeit sichtbar gemacht werden,
  • Dass einzelne Dinge, die zu Ärger und Unmut führen reflektiert und sichtbar gemacht werden.

Nun benötigt das Team einen sicheren Rahmen, Methoden und Bestärkung für ausgewählte Ärgernisse Ideen zu sammeln, zu diskutieren und Vereinbarungen zu treffen. Die Teamentwicklung ist dann erfolgreich, wenn das Team Raum und Bestärkung bekommt, seinen Einflussrahmen zu stärken und positive Veränderungen zu ermöglichen. 
Dabei bin ich immer wieder überrascht, wie viele hilfreiche Ideen Menschen finden, wenn sie die Möglichkeit dafür bekommen.

Teams im Arbeitskontext haben immer wieder mit Konflikten zu kämpfen. Seit 2009 sind Sie Konfliktberaterin für verschiedene Unternehmen. Was ist bei der Bearbeitung von Konflikten besonders wichtig?
Die Erkenntnis, dass Konfliktbearbeitung ein Prozess ist, der aus viele kleinen Schritten besteht und, dass ich als Konfliktpartei immer wieder die Möglichkeit habe, neue Wege und Schritte zu gehen. Dabei entscheide ich, welchen Schritt ich mir zutraue oder was ich benötige um einen nächsten Schritt gehen zu können. Wenn Menschen das erleben, werden sie handlungsfähig und gestalten den Prozess, statt dabei zu erstarren.

Sie sind ausgebildete systemische Beraterin. Was gefällt Ihnen am systemischen Beratungsansatz am meisten?
Es gibt immer mehr Lösungsmöglichkeiten als ich aktuell sehe. In dieser Haltung Menschen zu begleiten und neue Lösungswege zu finden, macht mir große Freude.

Als Motto haben Sie sich den Spruch „Kommunikation ist der Schlüssel zum Herzen der Menschen.“ ausgewählt. Wie übertragen Sie dieses Motto in Ihren Alltag als Trainerin für Rhetorik und Kommunikation?
Mir gelingt es gut, Menschen mit Offenheit und Herzlichkeit zu begegnen; das ist mein Schlüssel zum Herzen der Menschen. 

 

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Mai 2020 - Heike Klitzke

Heike Klitzke

Expertin des Monats Mai ist Heike Klitzke, unsere Trainerin für moderne Büroorganisation, Selbstführung und Kommunikation.

Mit 25 jähriger Berufserfahrung begegnet sie den Themen Selbstführung, Führung von Mitarbeiter*innen sowie Kommunikation und Büroorganisation. Im Interview spricht sie über die Herausforderungen und Chancen der Corona Krise und gibt Tipps zur Organisation im Homeoffice.

Frau Klitzke, die Sonnenstrahlen werden bereits wärmer und so langsam spürt man, wie es Richtung Sommer geht. Worauf freuen Sie sich im Sommer am meisten?
Mal angenommen, Sie hätten mich nach meiner Lieblingsfarbe gefragt, so wäre meine Antwort „bunt“. So ist es auch mit den Dingen, auf die ich mich im Sommer freue. Das sind sehr viele Momente, die mir Freude bereiten. Spaziergänge neben Mohnblumenfeldern, Eis essen, am See sitzen und auf das im Abendsonnenlicht getauchte ruhige Wasser schauen.

Als Motto haben Sie ein Zitat von Georg Christoph Lichtenberg gewählt:  „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“
Aufgrund der Corona-Pandemie wird gerade vieles anders, doch wird es auch besser? Welche Chancen sehen Sie in der Krise?  

Nach der Vollbremsung der letzten Wochen fällt mir hier als erstes Max Fritsch ein mit „Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen." Wir sind in meinen Augen kreativer und offener geworden. Wir sind bereit, Dinge anders anzugehen, z.B. „virtuelles Meeting“. Kurz, ohne Reisenotwendigkeit. Für den Einzelnen sehe ich die Chance für mehr Achtsamkeit, Zeit um Gewohnheiten und Routinen zu überdenken und anzupassen. Eine große Chance ist in meinen Augen auch, die entstandene Solidarität und Verbundenheit beizubehalten.

Bei PARLA sind Sie unsere Expertin für Büroorganisation und Selbstführung. Aus aktuellem Anlass sind die Büros leer und die Mitarbeiter*innen müssen auf ihre eigenen vier Wände ausweichen. Welche Empfehlungen haben Sie zur erfolgreichen Arbeit im Homeoffice?
"Struktur erzwingt Erfolg" ist hierzu mein Lieblingsspruch. Für Struktur wird auch ein Ziel benötigt. Jetzt ist nicht jeder strukturiert und es ist auch nicht ganz so einfach, Ziele von heute auf morgen umzusetzen. Daher empfehle ich jedem, die Punkte, die verändert werden sollen, auf einer Skala von 1 – 10 (1 = ganz wenig davon/ 10 = ganz viel davon) zu bewerten. Nehmen wir den Bereich Motivation. Wenn ich mich hier auf einer „5“ befinde, kann ich mich fragen, welche Schritte ich unternehmen müsste, um z.B. auf eine „6“ zu kommen. Wichtig ist es, sich kleine Schritte vorzunehmen, dann ist ein Ziel auch erreichbar und die Motivation kommt wieder.

Sie waren für PARLA im Einsatz im Bereich Coaching. Bei welchem Anliegen sind unsere Kunden bei Ihnen genau richtig, und wie begegnen Sie dieser Herausforderung?
Ich begleite Führungskräfte und deren Mitarbeitende bei Aufgaben des beruflichen Alltags. Mein Leistungsspektrum reicht von der Auswahl geeigneter Auszubildender bis zur Entwicklung und Unterstützung von Mitarbeitern, Teams und Führungskräften. Dabei liegt mein Fokus auf Selbstführung, Führung von Mitarbeitern, Kommunikation und Büroorganisation. Diesen Themen begegne ich mit 25jähriger Berufserfahrung, einem gesunden Menschenverstand, steter Weiterbildung sowie Kreativität und dem Mut für Neues.

Worauf freuen Sie sich nach Corona am meisten?
Ganz einfach, dass es vorbei ist, ich gesund bin und weiter meiner Lieblingsarbeit als Coach und Trainerin nachgehen kann.

 

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April 2020 - Peter Hasbach

Peter Hasbach

Experte des Monats April ist unser Coach und Berater für Unternehmensentwicklung Peter Hasbach.

Er kann in seiner langen Karriere, u.a. als Entwicklungs- und Vertriebsleiter sowie als Geschäftsführer von führenden internationalen Unternehmen, auf bereits 20 Jahre Erfahrung in der Unternehmensberatung und im Coaching zurückblicken. Im Interview spricht er über die Entwicklung des erfolgreichen Führungsstils, die Herausforderungen der „Sandwich-Position“ und weshalb Führungskräfte in der aktuellen Krise Sicherheit ausstrahlen sollten.

Für einige Ihrer beruflichen Stationen waren Sie im internationalen Kontext tätig, unter anderem in den USA, Japan und Frankreich. Welche Kultur hat Sie am meisten fasziniert?  
Das kann ich gar nicht sagen. Zunächst war es die Fremdheit der Kulturen, wie z.B. der in Japan. Dort hat mich die Konsensbereitschaft, nein, das Bedürfnis nach Konsens der Menschen fasziniert, während wir in der westlichen Zivilisation eher den Disput pflegen und an dessen Ende mit einem Kompromiss zufrieden sind.  Aber auch französische, englische oder amerikanische Unternehmen nutzen ihre eigenen kulturellen Stärken.
Last not least gilt es, sich auf die jeweilige kulturelle Prägung - ob in der Art zu kommunizieren oder Entscheidungen zu treffen - einzulassen und sie für ein erfolgreiches Management zu nutzen.
Denn man kann nur gewinnen, wenn man den anderen dort abholt, wo er steht.

Sie haben langjährige Industrieerfahrung als Marketing- und Vertriebsleiter, Entwicklungsleiter, Bereichsleiter sowie als Geschäftsführer. Was zeichnet aus Ihrer Erfahrung eine souveräne Führungskraft aus?
Die Anforderungen an eine souveräne Führungskraft haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Autoritäre Führung ist out, partizipative Führung ist in.
Mit dieser Formulierung verbinde ich aber auch eine gewisse Kritik. Denn Führung geht nicht ohne Autorität. Ich erlebe häufig Führungskräfte, denen Führung mangels Autorität schwer fällt. Leider entdecken viele von ihnen nicht den Weg, auf dem sie zur souveränen Führungskraft werden.
Mein Verständnis von souveräner Führung lässt sich plakativ in den Leitlinien der „5 F“ formulieren. Sie heißen „(An)-Führen – Fordern – Fördern – Voraussetzungen schaffen – Vorbild sein“. Dass 2 der 5 F nur phonetisch, aber nicht graphisch gleich sind, sollte man hierbei freundlich übersehen.

Passend dazu halten Sie am 27. April 2020 das Online-Training „Führungskräfte erfolgreich führen - Damit sich Motivation und Erfolg multiplizieren“ – Auf welche Herausforderungen muss sich eine Führungskraft in der „Sandwich-Position“ einstellen?
Führungskräfte, die eine/n Chef/in haben, sind zugleich Empfänger von Vorgaben, aber auch Entscheider, Anweiser, Multiplikatoren und Motivatoren. Das macht sie besonders wichtig für den Unternehmenserfolg. In diesem „Sandwich“ lebt es sich nicht leicht. Ich möchte beiden Ebenen ihre Situationen verdeutlichen und ihnen die Bedeutung und Besonderheiten ihrer Rollen bewusst machen. Als Beispiel möchte ich die Zielkonflikte, die eine Führungskraft im „Sandwich“ ausbalancieren muss, hier nennen.

Besonders in Krisenzeiten ist Mitarbeiterführung ein wichtiger Faktor für den Teamzusammenhalt. Welche Empfehlungen haben Sie für den Umgang mit der aktuellen, durch den Coronavirus ausgelösten, Krisensituation?
Wenn Mitarbeiter ihre Firma – und damit ihren eigenen Arbeitsplatz – in einer Krise erleben, suchen sie Sicherheit. D.h. sie wünschen sich gerade jetzt ein Management bzw. eine/n Chef/in, die/der Sicherheit vermittelt.
Führen in einer Krise ist die Champions League der Führung. Hier zeigt sich, wem die Mitarbeiter zu folgen bereit sind – wie die Israeliten Moses folgten beim Gang durch das rote Meer.

Wie gehen Sie persönlich Sie persönlich mit der Corona-Pandemie im Alltag um?
Entspannt und gespannt. Ich tue gesundheitlich das Notwendige und geschäftlich passe ich mich an. Ich habe auf Videokonferenzen anstatt Besprechungen und auf Online-Trainings anstatt Präsenzseminare umgestellt.
Für mich selbst wie auch für viele Unternehmen und auch Bildungseinrichtungen wird diese Umorientierung wertvolle methodische Impulse geben. Also kann auch diese Krise eine Chance sein!

 

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März 2020 - Ute Cichowicz

Ute Cichowicz

Ute Cichowicz ist unsere PARLA-Expertin des Monats März!

Sie ist ausgebildete DGSS-Trainerin und bei PARLA Expertin für Kommunikation und Verkauf am Telefon. Als ehemalige Projekt- und Teamleiterin eines Call-Centers und Fachberaterin für Sprach-Kitas hat sie schon vor ihrer Trainerkarriere Erfahrung mit Sprechen und Stimme machen können. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen und gibt Tipps, wie man die Stimme am Telefon optimiert und gleichzeitig schützt.

Frau Cichowicz, die Tage werden bereits länger und so langsam spürt man, wie der Winter dem Ende zugeht. Sehnen Sie den Frühlingsanfang herbei oder fühlen Sie sich im Winter am wohlsten?

Ganz klar: ich warte sehnsüchtig auf den Sommer, bzw. ich freue mich wie ein Kind über jeden warmen Sonnenstrahl, jedes Vogelzwitschern und jedes neue grüne Blättchen als Vorboten der warmen Jahreszeit. Zwar habe ich im Lauf der Jahre gelernt, immer ausreichend Sommer und Sonne im Herzen zu bewahren, um gut durch Kälte und Dunkelheit zu kommen – wirklich aufblühen tue ich jedoch erst in Frühling und Sommer. Meine liebste Zeit im Jahr ist die Fliederblüte.

Bevor Sie zum Trainerberuf kamen, haben Sie als Projektleiterin eines Call-Centers gearbeitet - eine lohnenswerte Erfahrung für Sie?

Unbedingt! Ich habe ja nicht nur als Projektleiterin gearbeitet, sondern war zuvor auch Teamleiterin und habe lange Jahre als Agentin selbst telefoniert. Diese Erfahrungen sind für mich, und auch für die Teilnehmer*innen meiner Trainings, von großem Wert. Ich habe noch sehr gut in Erinnerung, in welchem Spannungsfeld man sich im Bereich des telefonischen Kundenservices bewegt – sowohl als Führungskraft als auch im direkten Kundenkontakt. Die Arbeit am Telefon ist schön, aber auch sehr herausfordernd, besonders nervlich und stimmlich. Umso wichtiger, dass man gutes kommunikatives Handwerkszeug besitzt, um das Telefonat für den Kunden und für sich selbst zu einem positiven Erlebnis werden zu lassen. Kurz: ich weiß, wovon ich spreche – und das merken auch die Teilnehmer*innen.

Passend dazu bieten Sie speziell Telefontrainings bei PARLA an. Wie kann man das wichtigste Instrument am Telefon, die Stimme, am besten einsetzen?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, stimmlich gut bei sich selbst zu sein. Das bedeutet, seine eigene Stimme gefunden zu haben – jeder Mensch hat eine individuelle Tonlage, auf der er von Natur aus zu Hause ist. Dieser „eigene Ton“ wird vom Zuhörer als authentisch und echt wahrgenommen. Das heißt, man wirkt automatisch glaubwürdiger und die Gesprächspartner vertrauen und kooperieren schneller. Auch in emotional herausfordernden Situationen sorgt ein angenehmer Stimmklang für Entspannung. Gleichzeitig ist diese natürliche Sprechstimmlage schonend für den Stimmapparat – das ist wichtig für Vielredner! Habe ich meinen Ton gefunden, ist das der Garant dafür, langfristig wohlklingend und gesund zu sprechen. Mit einigen leichten und sehr effizienten Übungen kommen wir in den Trainings der natürlichen Stimme auf die Spur und sorgen so für eine spürbare Erleichterung im Arbeitsalltag.

Als DGSS-Trainerin können Sie auch für die Zertifikate der DGSS (bei PARLA das Rhetorikzertifikat, der Business Communication Manager und das Vertriebsinnendienstzertifikat) ausbilden. Welchen Mehrwert bringen die Zertifikatslehrgänge?

Der Beruf des Trainers ist, wie auch z.B. der des Coaches, nicht gesetzlich geschützt und Unternehmen, die sich für eine Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahme interessieren, haben oft die Qual der Wahl, eine wirklich gute Entscheidung zu treffen. Gerade bei umfangreichen Lehrgängen will man doch wissen, dass die Investition gut angelegt ist und die Mitarbeiter einen wirklichen Mehrwert von den Trainings haben. Bei den DGSS-zertifizierten Trainingsreihen können sich die Entscheider ganz sicher sein, dass sie und ihre Mitarbeiter in guten Händen sind – die Trainingsreihen werden alle von geprüften Sprechwissenschaftlern durchgeführt und sind methodisch-didaktisch auf höchstem Niveau.

Als Fachberaterin für Sprach-Kitas haben Sie sich auch mit der frühkindlichen Spracherziehung beschäftigt. Welche Vorteile bringt ein früher Fokus auf Sprache?

Menschen darin zu begleiten und zu bestärken, ihre eigene Stimme zu finden, stellt das Zentrum meines beruflichen Lebens dar – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Das bedeutet im Bereich der frühkindlichen Spracherziehung für mich, dafür Sorge zu tragen, Kindern die Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, damit sie zur sprachlichen Äußerung kommen können, sich gehört fühlen und die Erfahrung machen, dass ihre Stimme zählt.  

Der frühe Fokus auf Sprache führt in der Konsequenz zu frei und unabhängig denkenden Menschen – Grundlage für demokratische Prozesse und eine freie Gesellschaft. Indem wir Kindern zur sprachlichen Äußerung und damit zum Denken und Entscheiden ermutigen, tragen wir maßgeblich dazu bei, wie die Gesellschaft strukturiert sein soll, in der wir einmal leben wollen.

 

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Januar 2020 - Helmut König

Helmut König

Wir starten das Jahr 2020 mit unserem Experten für Vertrieb und Marketing Helmut König als Experten des Monats Januar.

Mit über 40 Jahren Erfahrung kennt er die nationale und internationale Vertriebswelt wie kaum ein anderer und bleibt dabei immer am Puls der Zeit. Im Interview spricht er über die Erfolgsrezepte seiner Karriere, spannende neue Entwicklungen im Vertrieb sowie den richtigen Umgang mit Kundenreklamationen.

Herr König, wenn Sie auf das vergangene Jahr zurückblicken: welche Erfahrung bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Das große Interesse an Vertriebs-Lehrgängen und an Trainings für Monteure. Nur drei der über 100 Teilnehmer von „Monteur und Kundenkontakt“ konnten selbstständig arbeiten; alle anderen hatten mehr Probleme mit ihren Unternehmen als mit ihren Kunden. Dort sehe ich noch viel Potenzial.

Im Marketing und Vertrieb sind Sie schon seit über 40 Jahren aktiv und haben dementsprechend viel erlebt, doch gehen immer mit der Zeit; unter anderem mit einer aktiven Onlinepräsenz. Wie gelingt Ihnen die Anpassung an die starken Veränderungen der letzten Jahre?
Je älter ich werde, desto interessanter werden Sprichwörter für mich: „Wer rastet, rostet“ oder „Weiterbildung ist wie Rudern gegen den Strom: wenn man aufhört, fällt man zurück“. Ich bin als Teilnehmer auf mindestens 20 Veranstaltungen im Jahr. Von jeder nehme ich neue Ideen mit, die sicher noch für zwei Leben reichen. Aber ich diszipliniere mich und arbeite nur an ein oder zwei Themen. Für den Rest gibt es Ideenbücher oder in meinem Fall -dateien, auf die ich bei Bedarf zurückgreifen kann.

Reklamationen gehören zum Geschäftsalltag dazu, doch können manchmal sehr emotional vom Kunden ausgedrückt werden. Wie kann man als Service-Mitarbeiter am besten einen kühlen Kopf bewahren?
Indem man sich bewusst wird, dass mit der Reklamation i.d.R. nicht die eigene Person, sondern die Firma bzw. ein Vorgang oder ein Produkt gemeint ist. Jemand, der emotional agiert, reagiert nicht auf sachliche Argumentation. Erst wenn ich die Emotion angenommen habe und Verständnis für die Anliegen des Kunden gezeigt habe, kann ich eine Reklamation sachlich lösen.

Was entfacht für Sie persönlich Ihr „Feuer“ für den Vertrieb?
Vor allem Spaß an meiner Arbeit. Ich bin weniger Vertriebstrainer als Vertriebsberater und schöpfe oft aus meinen 40 Jahren Erfahrung in Vertrieb und Marketing. Guter Vertrieb besteht aus strategischer Vorbereitung und der Fähigkeit, gut zu kommunizieren. Ich freue mich, wenn ein Plan gelingt. Dabei ist zu viel Feuer oder zu viel Leidenschaft manchmal hinderlich.

Herr König, mit welchen Themen beschäftigen Sie sich zur Zeit besonders?
Die ersten, die Lösungen statt Produkte angeboten haben, waren Maggi und Knorr mit ihren Kochbüchern. Heute bekommt man Magazine mit Informationen und Rezepten in jedem Supermarkt. Die Weiterführung davon ist Community Management, also eine Gemeinschaft zu den eigenen Themen aufzubauen, um so neue potentielle Kunden kennenzulernen. Ich habe seit über 10 Jahren eine Community mit mittlerweile über 8.000 Mitgliedern und fange an, solche Systeme auch für unsere Kunden aufzubauen. Community ist der Weg zur Problemlösung und hin zu Farming statt Hunting.

 

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Dezember 2019 - Rolf Christiansen

Rolf Christiansen

Wir präsentieren Ihnen Rolf Christiansen als Experten des Monats Dezember.

Unser Experte für Argumentations- und Verhandlungstechniken ist bereits seit der Gründung von PARLA für uns im Einsatz und zeichnet sich durch seine Erfahrung in verschiedenen Themenbereichen aus. Im Interview verrät er uns, welches Projekt bei PARLA ihm über die 19 Jahre Zusammenarbeit besonders in Erinnerung geblieben ist, welche Strategie in Verhandlungssituationen die beste Grundlage bietet und wie seine Ausbildung zum lyrischen Bariton ihm im Trainerberuf hilft und in der Weihnachtszeit in die Pflicht nimmt.

Herr Christiansen, Sie sind bereits seit der Gründung von PARLA im Jahr 2000 als Experte dabei. Was war Ihr Lieblingsprojekt bei PARLA?
Am schönsten waren die Baustellenbesuche in Edinburgh und Stockholm. Zusammen mit den Kunden eine U-Bahn in der Bauphase zu besichtigen ist ein Erlebnis, das sich vom Alltag abhebt. Da wird das Training fast zur Nebensache. Fachlich bin ich sehr stolz auf unser Freudenberg Projekt, mit dem wir den europäischen Trainingspreis in Silber gewonnen haben.

Seitdem haben Sie Ihre Themengebiete stetig erweitert von Rhetorik und Stimme hinzu Qualitätsmanagement, Führung und Verhandlungsführung, um nur ein paar zu nennen. Welche Vorteile ergeben sich aus dieser größeren Breite?
Viele Kunden freuen sich, wenn ich viele Themen abdecken kann, weil sie sich dann auf gute Qualität verlassen können. Und mir selbst macht es Freude, wenn ich für durch die thematische Breite eine gewisse Zeit in engem Kontakt mit der Kundschaft bin. Dann arbeite ich mich auch gerne mal in neue Themen ein, das hält frisch.

Bei PARLA sind Sie oft mit den Themen Argumentations- und Verhandlungstechniken bei unseren Kunden im Einsatz. Was ist ein häufiger Fehler in Verhandlungssituationen?
Viele schielen zu früh auf das Ergebnis. Die extra Meile über die Position des Verhandlungspartners und das engagierte Werben für die eigene Position wären oft der erfolgversprechendere Weg.

Hilft Ihnen Ihre private Gesangsausbildung als lyrischer Bariton im Trainerberuf?
Das musikalische Gehör ist so tief in mir verankert, dass ich kann nicht mehr anders kann als mit der Stimme viel modulieren und deutlich artikulieren. Für die Seminarteilnehmer ist das attraktiv zu hören und hält immer die Aufmerksamkeit hoch.

Mit Blick auf das Jahresende stehen auch die Feiertage an. Wie verbringen Sie die Weihnachtszeit?
Weihnachten ist die musikalische Hochsaison des Jahres. In der Advents- und Weihnachtszeit habe ich dieses Jahr bislang 4 Gesangsverpflichtungen, eine sogar mit Streichern. Und ein Gottesdienst mit meiner Frau (Pfarrerin) in der Nacht darf nicht fehlen.

 

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November 2019 - Katja Decker

Katja Decker

PARLA-Expertin für Stressprävention und Führung Katja Decker ist unsere Expertin des Monats November.

Die Trainerin kennt sich durch ihre eigene Erfahrung als Führungskraft bei bekannten Unternehmen bestens mit den Herausforderungen des Führungsalltags aus und ist als zertifizierte Führungsexpertin qualifiziert. Bei PARLA unterstützt Frau Decker auch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Im Interview spricht sie über die steigenden Belastungen des Alltags, Work-Life Balance für Führungskräfte und ihre eigenen Herausforderungen als Coach und Familienmensch.

Die Gesundheit wird durch steigende Belastungen in Alltag und Beruf auf die Probe gestellt. Woran erkennt man, dass Stress die Gesundheit bedroht?
Man erkennt, dass der Stress die Gesundheit bedroht, wenn man
-   nicht mehr lösungsorientiert denken kann,
-   man Symptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, unerklärliche Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Magenprobleme aufweist, um nur einige "typische Symptome" zu nennen,
-   die Energie abnimmt: Lustlosigkeit, Ermüdung, das „Wozu?" auf einmal fehlt, uvm.

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), bei dessen Einführung und Durchführung PARLA mit Ihnen unsere Kunden begleitet, geht diese Themen an und bietet Prävention, z.B. zur psychischen Gesundheit von Mitarbeitern. Wieso ist ein gezieltes und nachhaltiges Gesundheitsmanagement mittlerweile so zentral?
BGM ist mehr als nur ein Obstkorb.
Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter wünscht sich jedes Unternehmen – schließlich sind sie maßgeblich am Unternehmenserfolg beteiligt. Hier setzt das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) an. Vereinfacht gesagt geht es darum, gesundheitsgerechte Rahmenbedingungen an den Arbeitsplätzen zu schaffen und die Mitarbeiter dazu zu animieren, sich gesundheitsbewusst zu verhalten.

Blinder Aktionismus oder "Check-the-box"-Aktivitäten bringen keine nachhaltigen Effekte. Im Gegenteil: Die Maßnahmen verpuffen und die Mitarbeiter haben irgendwann keine Lust mehr auf einzelne Aktivitäten ohne Zusammenhang und Wirkung.

Sie sind auch als Führungskräfte-Coach tätig. Was zeichnet für Sie eine „gesunde“ Führungskraft aus?
Mit Konzernerfahrung und eigenen Erfahrungen "in der Stressfalle" kann ich heute als Coach viel gewinnbringender in die Reflektion gehen. Es kann und darf in dieser schnelllebigen Zeit nicht zur Gewohnheit werden, ständig und überall erreichbar zu sein. Die Digitalisierung hat viele tolle Vorteile und wird uns auch in Zukunft das Leben erleichtern, wenn wir es lernen, "richtig" und vernünftig damit umzugehen. Es braucht jeden Tag ein Stück "gesunden Egoismus", um sich um alle Lebensbereiche (Beruf, soziale Kontakte, Gesundheit und Sinnhaftigkeit) zu kümmern. Dabei zu unterstützen ist meine Herzensangelegenheit!

Als Mutter und Trainerin sind Sie auf verschiedenen Ebenen gefordert – wie managen Sie diese Doppelaufgabe?
Ich versuche täglich, alle Lebensbereiche zu bedienen und keinen Lebensbereich dauerhaft zu vernachlässigen. Ich habe gelernt, ein paar grundlegende alte Gewohnheiten dauerhaft gegen "gesunde" Gewohnheiten einzutauschen. Mein Sportprogramm findet z.B. statt, bevor der Tag beginnt, so dass ich motiviert und voller Energie starten kann. Meine Essgewohnheiten wurden auf den Prüfstand gestellt und vor allem mein Selbst- u. Zeitmanagement wurde so angepasst, dass ich für meine Familie da sein kann. Noch wichtiger: "präsent" sein!

Natürlich befinde auch ich mich mal im Dauerstress, aber heute erkenne ich die Symptome und bin viel früher in der Lage, gezielt dagegen zu steuern.

 

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Oktober 2019 - Johanna Abraham

Wir präsentieren unsere Expertin für interkulturelle Sensibilisierung und Kommunikation Johanna Abraham als Expertin des Monats Oktober.

Die erfahrene Sprecherzieherin besitzt ein breites Spektrum an Ausbildungen und Zertifikaten und kann somit u.a. in den Bereichen Rhetorik, Kommunikation, Konfliktmanagement oder Mediation zum Einsatz kommen. Im Gespräch berichtet sie darüber, wie ihre Vergangenheit als Zahntechnikern ihr jetzt noch hilft, welche Irrtümer sie bei interkultureller Verständigung oft antrifft und welchen Stellenwert Veränderung für ihr Leben besitzt.

Frau Abraham, wenn Sie aus dem Fenster schauen und sehen, dass sich die Blätter nun immer schneller rot und braun färben, trauern Sie dann dem Sommer nach oder freuen Sie sich mehr auf den Herbst?
Ich lebe vorwärtsgewandt! Ich hatte einen wunderbaren und ereignisreichen Sommer mit schönen Reisen und spannenden Arbeitsaufträgen. Deshalb trauere ich ihm nicht nach, sondern zehre lange davon und freue mich auf alles, was da kommt! Abgesehen davon mag ich allzu große Hitze nicht so gerne und freue mich über die Abkühlung …

Bevor Sie den Trainerberuf begannen, haben Sie Zahntechnik gelernt. Wie kam es dazu, dass Sie sich umorientiert haben?
Ich habe viele Jahre sehr gerne in meinem erlernten Beruf gearbeitet und mich dort sehr spezialisiert. Nach der Geburt meiner Töchter fand ich den Gedanken unbefriedigend, in Teilzeit zurückzukehren und vielleicht deshalb nicht mehr auf dem Niveau arbeiten zu können, wie ich es für richtig halte. Gleichzeitig hat Kommunikation mich schon immer sehr interessiert und eine befreundete Trainerin gab mir dann den entscheidenden Tipp, mich für den Studiengang „Mündliche Kommunikation, Sprechwissenschaft und Sprecherziehung“ einzuschreiben. So konnte ich in der Familienphase ein Studium absolvieren, das heute ein sehr solides Fundament für meine jetzige Arbeit darstellt. Ich bin nachträglich sehr dankbar für diese Chance der Umorientierung und sehe die Tatsache, dass ich sowohl Handwerkerin als auch Akademikerin bin, als großen Mehrwert bei meiner heutigen Tätigkeit.

Eines Ihrer Kernthemen ist Konfliktmanagement und -moderation. Wie erkennen Sie nach einem Workshop, ob Sie nachhaltige Veränderungen bewirkt haben?
Das ist eine sehr berechtigte Frage, denn häufig ist mit einem einmaligen Workshop die Intervention abgeschlossen und nicht sinnvoll in einen Gesamtprozess eingebunden. Ich frage daher nach Absprache gerne im Nachgang bei den TeilnehmerInnen nach, wie sich die erarbeiteten Maßnahmen im Alltag bewähren. Im optimalen Fall höre ich dann, dass sich Beziehungen verändern und Bewegung in festgefahrene Situationen gekommen ist. Das braucht Zeit und muss sich nach einem Workshop erst etablieren und bewähren. Mir ist deshalb bei der Auftragsklärung besonders wichtig, den genauen Bedarf und den Status Quo zu erfragen, damit die Maßnahme maßgeschneidert ist und über den Workshop hinaus nachwirkt. Manchmal kann eine einmalige Intervention ausreichen, um einen Impuls zu setzen und die Beteiligten wieder selbstwirksam zu machen. Häufig ist aber eine längere Begleitung sinnvoll, damit festgefahrene Strukturen und eingespielte Muster sich nachhaltig verändern können. Diese Ziele und Meilensteine müssen vorher genau geklärt, in Meilensteingesprächen überprüft und ggf. in einem Follow-up weiterverfolgt werden.

Auch interkulturelle Sensibilisierung gehört zu Ihrem Repertoire. Ist das ein Thema, das angesichts der fortschreitenden globalen Vernetzung immer wichtiger wird?
Angesichts der fortschreitenden Globalisierung ist interkulturelle Kompetenz mittlerweile eine Kernkompetenz, die sich durch alle Arbeits- und Lebensbereiche zieht. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Interkulturelle Kompetenz von selbst entsteht, wenn sich Arbeitsgruppen, Freundeskreise und Nachbarschaften nur bunt genug durchmischen. Sie ist so wichtig wie das „kleine ABC“, wird aber oft missverstanden als das Kennen von kulturspezifischen Do´s & Don’t‘s. Viel wichtiger ist mir jedoch eine kulturallgemeine Sensibilisierung und kritische Reflexion der individuellen kulturellen Prägung, damit ein Bewusstsein dafür entsteht, wo Normalitätserwartungen irritiert werden. Was ist mir wichtig und warum? Welche (meist unbewussten) Normen und Werte habe ich verinnerlicht? Was davon ist verhandelbar und was nicht? Das ist mühsam und kostet Zeit und Kraft, führt aber langfristig zu befriedigerenden und tragfähigeren (Arbeits-)Beziehungen!

Für Ihr PARLA-Expertenprofil haben Sie ein Zitat von Henry Ford ausgewählt: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ Was macht die Aussage für Sie so bedeutend?
Das Leben ist zu kurz und auch zu spannend, um es sich in der einmal gefundenen Komfortzone gemütlich zu machen. Jeder von uns hat tolle Entwicklungsmöglichkeiten, es gibt ein unerschöpfliches Weiterbildungsangebot und man muss Möglichkeiten mit offenen Augen sehen und sich Herausforderungen stellen. Oft ist die Angst vor Veränderung der größte Hinderungsgrund, aber wer nichts loslässt, hat die Hände nicht frei, um neue Chancen zu ergreifen.
Ich liebe Veränderung, und Stillstand war für mich nie eine Option (siehe Frage 2). Aber ich muss ehrlicherweise auch sagen: Ich hatte immer eine große Unterstützung durch meine Familie, ein gutes Netzwerk, und nicht zuletzt einen unerschütterlichen Optimismus!

 

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September 2019 - Clemens Nicol

Clemens Nicol

Unser Experte des Monats September ist PARLA-Experte für Mediensprechen und Moderation Clemens Nicol.

Der Münchner ist ausgebildeter Sprecherzieher und hat sich besonders auf die Verbindung zwischen Sprechen in Verbindung mit Medien konzentriert. Als Sprecher für den Bayerischen Rundfunk kann er sowohl als aktiver Sprecher, wie auch als Trainer für Mediensprechen Erfahrung vorweisen. Im Interview spricht er darüber wie er sich auf seine Auftritte vorbereitet, wie man souverän ohne präsentes Publikum zur Kamera spricht und was im Webinar-Raum zu beachten ist.

Herr Nicol, nach Ihrem Abschluss als Diplom-Sprecher und Sprecherzieher in Stuttgart haben Sie sich besonders auf das Sprechen in Verbindung mit Medien, also vor der Kamera im Fernsehen oder im Webinar, spezialisiert. Wie machen Sie sich sprecherisch vor einem Auftritt fit?

Natürlich muss ich als Sprecher immer sicher gehen, dass Körper, Atem, Stimme und Artikulation wirklich wach sind. Zeit für ein schnelles Warming-Up sollte immer drin sein vor einem wichtigen Auftritt. Ich denke aber, es kommen noch zwei Dinge dazu, die genauso essentiell sind: eine gute inhaltliche Vorbereitung und ein „Moment der Sammlung“ - ein paar Sekunden nur für mich, in denen ich mir meinen Auftritt nochmal voll bewusst mache. Und dann kann’s losgehen!

Was muss ein Sprecher bedenken, wenn er vor der Kamera steht im Vergleich dazu, wenn er ein präsentes Publikum vor sich hat?

Vor der Kamera besteht die gleiche Grundproblematik wie wenn ich vor einem Mikrofon spreche: Im Studio fehlt mir mein Gegenüber, mit dem ich direkt kommunizieren kann. Ich muss es mir vorstellen, oder notfalls einfach auch mal mit einem Gegenstand wie mit einem Menschen reden ("Hallo Kamera, ich habe dir was Spannendes zu erzählen…“). Nur dadurch bekomme ich eine Ansprechhaltung, die meine Hörer bzw. Zuschauer mitnimmt.

Sie selbst sind ja erfahrener Sprecher, u.a. für den Bayerischen Rundfunk. Ist das eine Rolle in der Sie voll aufgehen?

Natürlich ist mein Job beim Bayerischen Rundfunk eine Art „Traumjob“ und er kann sehr viel Spaß machen. Einzige Ausnahme: Häufige Nachtdienste! Aber nur in den Medien arbeiten? Das ist mir dann doch zu wenig. Einen kreativen Ausgleich suche ich auf Theaterbühnen oder in musikalischen Projekten, das hält mich wach und frisch, hoffe ich.

Webinare werden immer beliebter; was muss man als Moderator dabei besonders beachten?

Wie bei einer Moderation auf der Bühne als auch eines Meetings muss ich als Moderator eine gute Struktur und die Spielregeln vorgeben und dabei immer die Fäden in der Hand behalten. Aufgrund der Gegebenheiten ist es als Moderator noch schwieriger präsent zu bleiben und alle Teilnehmer aktiv zu halten. Außerdem muss ich die jeweilige Software sicher beherrschen. Arbeite ich mit einem Fach-Trainer zusammen, bin ich als Moderator für die gelungene Kommunikation hauptverantwortlich; eine echte Herausforderung!

Wenn Sie mal nicht selbst der Sprecher oder der Trainer des Sprechers sind, welche Art von Auftritten sehen Sie sich dann am liebsten in Ihrer Freizeit an?

Das Sprechtheater hat es mir schon sehr angetan, natürlich auch das Musiktheater und Konzerte aller Art. Das Live-Erlebnis ist einfach nicht zu toppen! 

 

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August 2019 - Isolde Fischer-Hillebrand

Isolde Fischer-Hillebrand

Wir präsentieren Isolde Fischer-Hillebrand als PARLA-Expertin des Monats August! Sie ist unsere Expertin für Kommunikation und Performance. Zugleich ist sie Fachfrau für Konfliktmanagement, Sicherheitssensibilisierung und Arbeitsentwicklung. Letzteres Thema wird sie am 23. November im PARLA-Training „New Work – Es ändert sich was! – Nur wie und was? Die Gestaltung von Arbeit für die Zukunft“ behandeln. Im Gespräch teilt Frau Fischer-Hillebrand mit, auf was sich Teilnehmer in ihrem Training freuen können und wie man der Unsicherheit der wandelnden Arbeitswelt begegnen sollte, sowie mehr zu ihrer Person.

Frau Fischer, Sie sind leidenschaftliche (Improvisations-)Schauspielerin in einem Ensemble, das in ganz Deutschland zum Theatersport auftritt. Was gefällt Ihnen am Theaterspiel am meisten?

Das Improvisationstheater erlaubt es mir, immer wieder meine Wahrnehmung, meine Flexibilität und meine Ausdrucksweise zu trainieren. Jedes Mal trete ich mit meinen KollegInnen in Verbindung, um das Publikum da abzuholen, wo es gerade ist. Das ist immer wieder anders und ein besonderes Erlebnis, sich und das Publikum aufs Neue zu überraschen. Wenn wir es auf der Bühne schaffen, zu faszinieren, dann merke ich, dass ich den schönsten Beruf dieser Welt habe.

Sie sind auch deshalb aus gutem Grund PARLA-Expertin für Kommunikation und Performance. Was kann man von der Bühne mitnehmen für die Berufswelt?

Im Unternehmen haben die Menschen je nach Kontext verschiedene Rollen, die sie mit ihren Werkzeugen ausfüllen. Sie betreten ihre Bühnen in Meetings, beim Kunden oder auch in Gesprächen. Es geht dabei nicht darum, irgendetwas „vorzuspielen", sondern authentisch zu überzeugen und zu begeistern. Körper, Stimme, unsere eigenen Handlungsoptionen und Einstellungen sind einige der Werkzeuge, die wir alle dabei nutzen können. Gut ist es, sie vorher zu trainieren und zu schärfen, bevor es zum Auftritt in der Realität kommt.

Nun sind Sie auch in anderen Bereichen, wie New Work, Konfliktmanagement und Digitalisierung versiert – welchen Vorteil haben Sie durch Ihre interdisziplinäre Aufstellung als Trainerin?

Mein Vorteil ist, dass ich im Training auf die spezifischen Anliegen der Teilnehmenden eingehen kann. Wenn ich zum Beispiel das Thema „Eigenverantwortung stärken“ im Rahmen von New Work nehme, dann kann es sehr sinnvoll sein, Menschen auch darin zu befähigen, Konflikte konstruktiv zu lösen, anstatt sie zu vermeiden oder indirekt mit Schaden für die Produktivität auszuleben. Auch wenn es um Flexibilität und Veränderbarkeit geht, dann ist es sinnvoll, dies in einem angstfreien Raum mit kreativen Methoden zu trainieren.

Am 23. November findet bei PARLA Ihr offenes Training zum Thema „New Work – Es ändert sich was!“ statt. Was können die Teilnehmer im Training über die Thematik erfahren?

Sie erfahren welche Prinzipien und Grundgedanken sich hinter New Work verbergen. Sie erhalten einen Geschmack an Methoden und Prozesse, die hierfür stehen. Letztendlich bekommen sie auch Beispiele von Unternehmen aufgezeigt, die bereits erfolgreich Schritte in die Praxis umgesetzt haben. Zusätzlich bekommen sie die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, gegenseitig zu inspirieren, zu diskutieren und voneinander zu lernen.

New Work ist für viele Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber, ein undurchsichtiges Konzept, das auch Unsicherheiten schürt. Inwieweit sind diese Sorgen berechtigt?

In einer Welt, die immer schneller, komplexer und unsicherer wird, reagieren Menschen nachvollziehbar mit Ängsten. Ängste sind immer berechtigt. Denn ohne sie gibt es keinen Mut. Für die Veränderungen der Zeit benötigen wir allen Mut, dieser ungewissen Zukunft entgegenzutreten. Erfolgsgarantien gibt es nicht. Allerdings sollte man auch bedenken, dass Panik angesagt wäre, wenn man die Augen vor der momentanen Veränderung einfach verschließt.

Welche Veränderung der Arbeitswelt kommt Ihnen in Ihrer Tätigkeit als Trainerin persönlich am prägnantesten vor?

Ich erlebe die Menschen in meinen Trainings verwundbarer. Sie sind häufig „change-müde“ und fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz verunsichert. Dies beginnt schon damit, dass sie damit hadern, eine Fortbildung zu besuchen, weil die Arbeitsbelastung sehr hoch geworden ist. Diese Verwundbarkeit ist aber auch eine Chance - die Chance, Veränderungsbereitschaft im positiven Sinne zu begleiten und zu unterstützen. Gelebte Unternehmenswerte wie Wertschätzung, Teamgeist und Integrität geben den Menschen Halt und Zuversicht und das lässt mich immer wieder positiv auf die Zukunft blicken.

 

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Juli 2019 - Marc-Peter Zander

Unser Experte des Monats Juli ist Marc-Peter Zander! Herr Zander ist PARLA-Experte für den Kultur- und Wirtschaftsbereich Afrika und kann jahrzehntelange Erfahrung mit dem Kontinent vorweisen. Wir haben ihn zu seinem Insiderwissen befragt und bekamen interessante Antworten über das beachtliche Wirtschaftswachstum Afrikas, die Chancen des Mittelstands in Äquatornähe und seine Erfahrung mit der steigenden Professionalität der afrikanischen Wirtschaft.

Herr Zander, Sie sind PARLA-Experte für Afrika und den Markteintritt in Afrika. Wie sind Sie beruflich auf den Kontinent aufmerksam geworden?

Schon vor fast 20 Jahren hatte ich die Chance, das erste Mal nach Afrika zu reisen. Damals nach Südafrika, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Schnell habe ich beobachten können, dass hier sehr viel wirtschaftliches Potential steckt, welches mich nicht mehr losgelassen hat. Inzwischen habe ich bereits mehr als 30 Länder auf dem Kontinent bereist, wobei ich sowohl in Nigeria aber auch Südafrika gelebt und gearbeitet habe.

Afrika hatte in den letzten zehn Jahren ein größeres Wirtschaftswachstum als alle anderen Kontinente. Woran liegt das vor allem?

Realistisch muss man sagen, dass Afrika von einer kleinen Basis aus startete und somit teilweise Wachstumsgrößen von mehr als 10% realisierbar waren. Das hat sich inzwischen geändert, aber Länder wie Ghana und Äthiopien zeigen immer noch Raten von über 7%. Als Faktoren können verschiedenste genannt werden: Zum einen vorhandene Rohstoffe, zunehmende Industrialisierung und eine wachsende Bevölkerung. Zum anderen beobachten wir weiterhin auch zunehmende Investitionen in Schlüsselmärkten wie Nigeria, die vor allem aufgrund eines besseren Wirtschaftsumfeldes getätigt werden. Erst vor Kurzem sprach ich mit einem Unternehmer in Nigeria, der in eine zweite Produktionslinie für Kunststofffolie investiert hat. Er sieht im Bereich Verpackung einen stark wachsenden Markt und ist mit der ersten Anlage komplett ausgelastet.

Weshalb wird das Potenzial des afrikanischen Markts von deutschen Unternehmen noch nicht ausgiebig genutzt und lohnt es sich auch für mittelständische Unternehmen ein Engagement in Betracht zu ziehen?

Der Mittelstand hat noch immer ein falsches Bild von Afrika. Dieses wurde leider über die letzten Jahre geprägt und ist schwer zu ändern. Wir haben jedoch schon mehr als 40 Kundenreisen in Projekten organisiert und ich kann mich an niemanden erinnern, der von den Märkten nicht beeindruckt war. Weiterhin sehen wir, dass die Bearbeitung des afrikanischen Marktes natürlich komplexer ist als Märkte in Europa und Mittelständler damit teilweise überfordert sind. Wir vertreten jedoch die Meinung, dass jeder Mittelständler zumindest prüfen sollte, ob ein Engagement in Afrika sinnvoll ist, denn oft erleben wir, dass der Markteintritt zu spät ist. Erst letzte Woche eröffnete mir eine Firma aus dem Maschinenbau, dass sie schon wieder zu spät seien und die Konkurrenz bereits Aufträge in Millionenhöhe in Kenia und Nigeria abschließen konnte.

Ihre langjährige Erfahrung mit dem Kontinent hat Sie schon einige Male dorthin geführt, welcher Ort hat Sie am meisten beeindruckt?

Hier muss ich Ihnen zwei Antworten geben. Persönlich und im Urlaub hat mich der Fluss Zambesi total begeistert und ich kann jedem empfehlen einmal im Leben nach Sambia zu fahren. Nirgendwo auf der Welt ist der Sonnenuntergang schöner. Im wirtschaftlichen Kontext bin ich immer wieder von Nigeria beeindruckt. Ich habe in Afrika selten solch einen Unternehmergeist und solch eine Bereitschaft hart zu arbeiten gesehen. Teilweise habe ich Kollegen die um sechs Uhr morgens im Büro sind und bis spät abends arbeiten.

In Afrika lebt man mehr nach kairos als chronos, also nach gefühlter Zeit. „Mañana“ reicht auch noch. Wie geht es Ihnen mit der afrikanischen Gelassenheit?

Daran muss man sich gewöhnen. Aber auch hier gibt es Unterschiede von Land zu Land. Tansania ist zum Beispiel langsamer als Kenia und Ghana viel langsamer als Nigeria. Aber auch in Afrika finde ich hat sich viel getan. Die Personen werden pünktlicher und nehmen Termine inzwischen sehr ernst. Mein Rekord in 4 Tagen liegt bei 21 Terminen in Kenia.

 

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Juni 2019 - Henriette Konschill

Henriette Konschill

Wir präsentieren Ihnen Henriette Konschill als PARLA-Expertin des Monats Juni! Mit ihrer Stimm- und Schauspielausbildung bringt Frau Konschill die Erfahrungen mit, die für gelungene Präsentationen und Moderationen sehr hilfreich sind. Im Gespräch berichtet sie unter anderem über ihre unvergesslichen Auftritte, wie „Angewandte Improvisation“ produktiv im Trainerberuf genutzt werden kann und ihre Methode, um eine lustlose Gruppe zu motivieren.

Frau Konschill, Sie sind Wienerin mit Wohnsitz in Frankfurt am Main; sind die Wolkenkratzer der Skyline ein adäquater Ersatz für die schönen Jugendstilhäuser für Sie?

Dafür darf in Frankfurt hoch gebaut werden und die Skyline, Mainhattan genannt, ist wirklich eindrucksvoll! Ich vermisse allerdings die Wiener Kaffeehäuser. Das sind für mich ideale Orte, um im Alltag kurz die Zeit anzuhalten.

Sie sind nicht nur Expertin für Moderation und Improvisation, sondern standen auch schon auf einigen Bühnen in Europa. Welcher war Ihr unvergesslichster Gesangsauftritt?

Ich liebe Auftritte in alten Theatern wie z.B. dem wunderschönen Theater an der Wien, aber auch an ungewöhnlichen Orten wie in einem Kärntner Steinbruch, einem Bayrischen Bierzelt in Paris oder auf einem Dorfplatz in der Toskana.

Was ist „angewandte Improvisation“ und was ist ihr Nutzen?

Bei der „AI“ wird das kommunikative und kreative Können der theatralen Improvisation auf betriebliche Vorgänge übertragen. Die Teilnehmenden trainieren z.B. im Moment zu reagieren (Agilität) und als Team Schritt für Schritt vorwärts zu gehen (Kollaboration). Durch die intensiven Übungen entstehen Metaphern und Situationen und die Teilnehmenden erleben herausfordernde Themen auf einer anderen Ebene. Auch vertraute Inhalte wie Teambildung, Präsentation und Kommunikation werden neu präsentiert. Die Gruppen lernen aktiv sowie mit Spaß und Ernsthaftigkeit!

Wie kann man als Moderator die Stimmung, bspw. bei einem Workshop mit 10 Teilnehmern, heben, wenn die Gruppe lustlos erscheint?

Eine meiner liebsten Übungen ist dann „1,2,3“. Hierbei stehen sich zwei PartnerInnen gegenüber und zählen abwechselnd von 1 bis 3. Nach und nach werden die Zahlen durch fixe Bewegungen oder Ausrufe (z.B. ein Klatschen, ein lautes „Yeah“ oder ein das Trainingsthema aufgreifendes Wort) ersetzt. Die Präsenz und Konzentration der Teilnehmenden werden augenblicklich erhöht!

Welche Qualität, die Sie in Ihrer Schauspielausbildung gelernt haben, ist besonders hilfreich für den Trainerberuf?

Einerseits eine neue Definition von Bühne: Wenn wir vor Menschen sprechen, sind wir fast immer in einer „Bühnensituation“. Dementsprechend gelten auch Bühnengesetze und -regeln. Andererseits bin ich mir meiner Rolle als Trainerin bewusst. Besonderen Spaß macht es mir natürlich, im Trainingsraum für die Teilnehmenden Charaktere und typische Haltungen vorzuspielen!

 

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Mai 2019 - Haili Fu

Haili Fu

Unsere Expertin des Monats Mai ist Haili Fu. Sie ist PARLA-Expertin für interkulturelle Kommunikation zwischen Deutschland und China und fungiert zusätzlich als Beraterin und Mediatorin. Im Interview erklärt sie, welche Grundvoraussetzungen für die interkulturelle Kommunikation notwendig sind, die wirtschaftliche Win-Win Situation in den chinesisch-deutschen Beziehungen und ihre Motivation, Vermittlerin zwischen den beiden Kulturen zu sein.

„Es sind nicht unsere Füße, die uns weiterbewegen, es ist unser Denken“ – dieses Zitat von Konfuzius haben Sie als Ihr Motto bei PARLA gewählt. Weshalb?

Die Grundvoraussetzung für eine gelungene interkulturelle Kommunikation ist der Wille und die Bereitschaft, vorurteilsfrei fremde Kulturen und Menschen anzunehmen. Wie wir wissen, führen unterschiedliche Kulturen zu unterschiedlichen Denkweisen. Es ist unsere Denkweise, unsere Wahrnehmung und unsere Reflektion, die das Handeln lenken.

Sie sind in China aufgewachsen und nun bereits seit über 25 Jahren in Deutschland wohnhaft und beruflich tätig. War es schon immer Ihr Wunsch nach Deutschland, bzw. Europa zu kommen oder war es eine spontane Entscheidung?

Ja, es war immer mein Wunsch, ins Ausland zu gehen und die Welt kennenzulernen. Nach meinem Studium in China hatte ich die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen; insofern war die Wahl eher zufällig. Deutschland ist mittlerweile meine zweite Heimat geworden, und ich fühle mich hier zuhause.

China gilt wegen des rasanten Wirtschaftswachstums zu den ökonomischen Großmächten auf dem globalen Markt. Die Kooperation zwischen Deutschland und China wächst stetig; welche Vorteile ergeben sich für beide Seiten?

Es ist eine Win-win-Situation. Für deutsche Unternehmen, insbesondere in der Automobil- und Maschinenbauindustrie, ist der chinesische Absatzmarkt unverzichtbar. "Made in Germany" genießt immer noch einen sehr guten Ruf. Gleichzeitig profitiert China durch das Technologie-Know-how.

Als interkulturelle Expertin sind Sie bestens mit den Geschäftsbeziehungen vertraut. Was ist für deutsche Geschäftsleute besonders zu beachten im Umgang mit ihren chinesischen Partnern?

Respekt ist das A und O. Überheblichkeit kommt bei chinesischen Geschäftspartnern sehr schlecht an.

Für PARLA sind Sie als Expertin für interkulturelle Kommunikation, Beratung und Mediation im Einsatz, zum Beispiel auch mit Entsendungscoachings für Chinesen und Deutsche. Was macht Ihnen daran besonders Spaß?

In meiner Brust schlagen zwei Herzen: ein chinesisches und ein deutsches. Es ist für mich ein Privileg, zwischen den beiden Kulturen vermitteln zu dürfen, denn es ist mein inniger Wunsch, als Brücke zwischen China und Deutschland zu dienen.

Und was machen Sie, wenn Sie gerade mal nicht beraten, trainieren oder vermitteln?

Ich reise sehr gerne und bin neugierig auf andere Kulturen, Länder und Menschen.

 

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April 2019 - Liudmila Gerasimova

Liudmila Gerasimova

Wir präsentieren Ihnen unsere Russland-Expertin Liudmila Gerasimova als Expertin des Monats April. Neben interkulturellem Austausch und Vermittlung zwischen Deutschland und Russland ist sie auch als Vertriebs- und Kommunikationstrainerin für PARLA tätig. Im ausführlichen Interview gibt Frau Gerasimova Einblicke in die Entwicklung und Potenziale der deutsch-russischen Beziehungen, die häufigsten Fehler deutscher Unternehmer auf Geschäftsreise und die Vorzüge Ihrer Themenbreite für die Arbeit im interkulturellen Kontext.

Frau Gerasimova, Sie sind gebürtige Russin und leben momentan in Köln – wofür können Sie sich mehr begeistern: Pelmeni (gefüllte russische Teigtaschen) oder Sauerbraten?

Ganz klar für Pelmeni, aber nur wenn sie handgemacht und sehr klein sind. Sauerbraten ist mir zu deftig und Hausmannskost ist grundsätzlich nicht mein Fall. Ich bevorzuge leichtere Küche mit einem Touch an Frische und Kreativität. Pelmeni lassen sich auch wunderbar abwandeln, z.B. in Teigtaschen mit Spinat oder auch in eine süße Variante mit Quark und Beeren, dann heißen sie allerdings Wareniki. Auch das mag ich sehr gerne.

Bei PARLA liegt Ihr Schwerpunkt auf den interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Was ist Ihr Paradebeispiel für einen Fauxpas, den man als deutscher Unternehmer in Russland machen kann?

Auch noch heutzutage zu glauben, dass man als Deutscher „mehr Ahnung“ hat und den russischen Geschäftspartnern die Welt erklären zu wollen. Leider beobachte ich immer noch genau diese Haltung, die den deutschen Unternehmern den Stempel der „arroganten Besserwisser“ in Russland beschert. Solche Klischees in beide Richtungen zu bekämpfen bedarf offensichtlich leider noch einiger Jahrzehnte.

Darüber hinaus ist es ein absoluter Fauxpas, sich den Kalender so vollzupacken, dass man als deutscher Geschäftsreisender nur so von Termin zu Termin hetzt, ohne sich Zeit für Beziehungspflege zu nehmen oder sich für die russische Kultur zu interessieren. Einer meiner deutschen Klienten hat es sehr zugespitzt auf den Punkt gebracht und im Coaching gefragt: „Wie lange muss ich dieses Palaver denn über mich ergehen lassen?“ Diese Haltung ist äußerst kontraproduktiv in Russland, wo sehr viel Wert auf eine emotionale Mensch-zu-Mensch-Kommunikation und auf Vertrauensaufbau gelegt wird.

Welches wirtschaftliche Potenzial liegt zwischen den beiden Ländern noch im Verborgenen?

Darüber, was noch im Verborgenen liegt, vermag ich erst gar nicht zu urteilen. Viel bitterer ist es für mich zu erleben, wie viel Potenzial in den letzten 5 Jahren ungenutzt blieb, obwohl es bis dato aktiv von beiden Seiten gelebt und gestaltet wurde. Die äußerst intensiven und gegenseitig befruchtenden Beziehungen in wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Sektoren, die sich in meiner Wahrnehmung bis 2014 stabil entwickelten, sind leider in den letzten Jahren den politischen Interessen zum Opfer gefallen. Viele Expatriates haben bzw. mussten Russland verlassen; viele deutsche mittelständische Unternehmen sind vom russischen Markt verschwunden.

Dies finde ich als Entwicklung sehr schade, da russische Großstädte einerseits einen attraktiven Markt mit klassischer Vorliebe für „Made in Germany“ darstellen und sich andererseits Stück für Stück zu Standorten entwickeln, an denen junge, innovative Unternehmensideen geboren und zügig umgesetzt werden. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Gerade in den Bereichen Service, Gastronomie, Hotellerie, Mode oder auch IT sowie Bildung & Kunst erlebe ich einen Aufschwung an einheimischen Dienstleistungen und Produkten, die ich mir auf dem vergleichbaren Level häufig auch in Deutschland wünsche. Und da findet meines Erachtens leider zu wenig Austausch statt. Wir reduzieren uns gegenseitig auf die „gewohnten“ Branchen wie Automotive & Maschinenbau (für DE) und Öl & Gas (für RUS), anstatt neue Branchen für die Zusammenarbeit zu eröffnen, uns von politischen Diskussionen abzukoppeln und noch viel mehr voneinander zu lernen.

Ihre Themenschwerpunkte sind mit Executive Training, Vertriebstraining und interkulturellem Training sehr vielfältig. Wie wichtig ist eine gewisse Breite von Themen im interkulturellen Kontext?

Ich bin einerseits ausgebildete Trainerin für Vertrieb, Service und Kommunikation und andererseits zertifizierte interkulturelle Trainerin und Coach. Mein Portfolio ist tatsächlich breit und ich arbeite auf allen hierarchischen Ebenen. Doch die Bausteine meines Profils ergeben für mich und meine Kunden ein perfektes Zusammenspiel - zum Beispiel, wenn ich mit Vertriebsteams arbeite, die an unterschiedlichen Standorten eine gleichsam professionelle Kundenansprache finden wollen. Da ich in drei Sprachen trainiere (Deutsch, Englisch und Russisch), lagen meine Einsatzorte letztes Jahr zwischen Riga und Shanghai und mit jedem Team profitiere ich von meiner interkulturellen Expertise, selbst wenn der Fokus des Trainings nicht auf Cultural Awareness, sondern auf klassischen Vertriebs- oder Führungskompetenzen liegt.

Letzten Endes geht es in interkultureller Kommunikation stets um Perspektivenwechsel und die Fähigkeit, im Spannungsfeld oberflächlich konträrer Verhaltensmuster zurück zu den tieferliegenden, gemeinsamen Werten zu finden. Nichts anderes passiert auch in der Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Führungskraft oder auch zwischen Kunde und Kundenberater - all das sind verschiedene Kommunikationskulturen. Um diese zu beherrschen, erarbeiten wir in den Trainings das passende Repertoire und feilen vor allem an der eigenen wertschätzenden Haltung. Da kommt meine thematische und methodische Breite selbstverständlich zur Geltung.

Sie haben im Laufe Ihrer Beraterkarriere auch China als neues kulturelles Feld für sich entdeckt. Planen Sie bereits eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking?

Nein, gebürtige Moskauer reisen nicht gern mit der Transsibirischen Eisenbahn - das überlassen wir lieber den deutschen Touristen ;) 
Ich war beruflich sowohl in Peking als auch in Shanghai und bin nach wie vor der Faszination Chinas erlegen. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch im Rahmen privater Reisen mehr von diesem Land und seinen Menschen erleben darf. Bis jetzt bin ich sehr glücklich darüber, dass mir ein äußerst erfolgreiches Projekt mit chinesischer Vertriebsmannschaft eines deutschen Konzerns gelungen ist und dass wir kommunikativ und kulturell zueinander gefunden haben.

 

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März 2019 - Teresa Komeyer

Teresa Komeyer

Als Expertin des Monats März präsentieren wir Ihnen Teresa Komeyer.
Seit 25 Jahren ist sie bereits in der Personalberatung und im Management-Training tätig und kann daher beachtliche Erfahrung in diesem Gebiet vorweisen. Bei PARLA leitet sie am 26. und 27. Juni das offene Training „Recruiting mit Erfolg“, in dem Sie die Möglichkeit haben, von Teresa Komeyers Erfahrungsschatz in der Personalauswahl zu profitieren. Im Interview spricht sie über die Wichtigkeit von sorgfältigem und professionellem Recruiting und gibt Einblicke in die Vorteile der Coachdogs-Methode.

Sie haben einen Hund, der sicherlich morgens Bewegung braucht. Sind Sie Frühaufsteherin oder Morgenmuffel?

Meine Seminarhündin braucht den ganzen Tag Bewegung und hilft mir dabei, selbst immer in Bewegung zu bleiben. Das hält fit, und deshalb stehe ich morgens sehr gerne etwas früher auf. Ich bin vorwiegend gut gelaunt – besonders morgens, denn die Lizzy zaubert mir jeden Morgen ein Lächeln ins Gesicht.

Sie können dank Ihrer Coachdogs-Ausbildung sogar Trainings mit Hund anbieten – wie hilfreich kann tierische Unterstützung dabei sein?

Die tierische Unterstützung hat viele Facetten: 1. Lockert die Anwesenheit meiner speziell für diese Arbeit ausgewählten Hündin die Seminaratmosphäre auf und trägt zur guten Grundstimmung der Teilnehmer bei. 2. Spiegelt sie den Teilnehmern auf eine ganz charmante und sehr ehrliche Art ihr Verhalten, damit sie es in der Situation besser reflektieren können. 3. Sorgt sie dafür, dass die Teilnehmer die Situationen nachhaltig erinnern. Viele Teilnehmer sprechen im Nachgang von unvergesslichen Situationen.

Sie sind ja bereits seit vielen Jahren im Trainingsgeschäft tätig und führen zur Zeit gemeinsam mit Anja Oser eine Führungskräfteentwicklung für PARLA bei einem unserer Kunden durch – was macht aus Ihrer Sicht eine gute Führungskraft aus?

Eine gute Führungskraft zeichnet sich für mich dadurch aus, dass sie individuelle Rahmenbedingungen für Leistung im Unternehmen schafft.

Am 26. und 27. Juni 2019 findet Ihr offenes Training „Recruiting mit Erfolg – Bewerberinterview = Auswahl + Personalmarketing“ statt; weshalb ist gutes Recruiting so wichtig?

Bei der Rekrutierung geht es für mich in erster Linie darum, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu bekommen. Dabei sind für mich neben der fachlichen Qualifikation auch die Persönlichkeit (Typologie) und die Werte eines Kandidaten sehr wichtig. Nur dann, wenn alle drei Aspekte passen, kann aus meiner Sicht eine erfolgreiche Zusammenarbeit entstehen. Die Softskills werden oft bei der Auswahl vernachlässigt.

Was kann ein Recruiter tun, um die Nervosität eines Bewerbers zu mindern?

Natürlich sollte man direkt zu Beginn des Gesprächs eine gute und lockere Atmosphäre schaffen und wertschätzend mit dem Bewerber umgehen. Häufig hilft auch ein wenig Small Talk über ein tagesaktuelles Thema oder die Anfahrt.

Sie sind auch Jägerin. Nach welchen neuen Themen oder Tätigkeitsbereichen jagen Sie derzeit?

Ich bin immer auf der Jagd nach spannenden Themen rund um das Thema Führung – und, seit ich mit meiner Hündin Lizzy arbeite, auch nach Themen über tiergestützte Persönlichkeitsentwicklung.

 

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Februar 2019 - Christian Multerer

Christian Multerer

Wir freuen uns Ihnen Christian Multerer als Experten des Monats Februar präsentieren zu dürfen. Er ist im Vergleich zu unseren Trainerveteranen erst seit letztem Jahr ein Teil von PARLA, doch weiß bereits früh wie man seine ersten Projekte angeht. Der Doktor der Wirtschaftswissenschaften leitet am 10. April 2019 das offene Training „Projektmanagement im Change-Prozess – Change-Projekte erfolgreich planen und durchführen“ und beantwortet uns wie seine persönlichen Projekte aussehen und über seine Lehrerfahrung im Ausland.

Herr Multerer, der Winter hat Heidelberg fest im Griff. Sind Sie froh darüber oder sehnen Sie sich schon nach dem Sommer?

Letzte Woche habe ich im Wintermantel gefroren und in den nächsten Tagen soll es schon fast sommerliche Temperaturen haben. Heißt, meine Kellerprojekte werden zum Abschluss gebracht und die Planung für das Gartenprojekt aufgenommen werden. 

Welches ist Ihr nächstes Projekt?

Ein ehrgeiziges Veränderungsprojekt haben meine Familie und ich erst kürzlich zu Ende gebracht. Wir sind nach langer Suche erfolgreich gewesen und in ein Haus gezogen. Dabei gab und gibt es sehr viele Dinge gleichzeitig abzuarbeiten. Die größte Gefahr ist ein „Projektinfarkt“. Es gilt, realistisch zu bleiben, denn nicht alle Veränderungsaufgaben lassen sich gleichzeitig bewältigen.

Sie besitzen den „Lean Six Sigma Black Belt“, der Sie als „Vollzeitverbesserungsexperte“ qualifiziert – was heißt das genau?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum vor allem Veränderungsprojekte in der Praxis scheitern. Ein Grund liegt in der Auswahl des Projektleiters. Bei Lean Six Sigma Black Belt Projekten müssen bereichsübergreifende Teams zielgerichtet geführt werden. Hierbei sind fundierte fachliche Kenntnisse und eine hohe Sozialkompetenz erforderlich. Des Weiteren nimmt der Lean Six Sigma Black Belt die Rolle des Motivators ein, der für die Verbreitung von Lean Six Sigma in der Organisation sorgt. Als Lean Six Sigma Black Belt ist man qualifiziert, Projekte unter Anwendung bewährter Six Sigma und Lean Methoden eigenverantwortlich und erfolgreich umzusetzen.

Sie haben vor Ihrer Tätigkeit als Coach und Trainer unter anderem an Wirtschaftsschulen in China und Polen gelehrt. Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen?

Tätigkeiten im Ausland verändern positiv. Man wird offener für Erfahrungen, gewinnt an emotionaler Stabilität und Teamorientierung. Im Ergebnis wird die Persönlichkeit in den Facetten gestärkt, die erfolgreiche von gescheiterten Projekten unterscheiden.

 

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Januar 2019 - Alena Germann

Wir starten das neue Jahr mit Power und passend dazu mit Alena Germann als Expertin des Monats Januar. Die Diplom-Fitness-Ökonomin aus der Pfalz kennt sich sowohl mit körperlicher als auch mentaler Fitness aus und leitet deshalb auch das offene PARLA Training „Mental fit“ am 21. März 2019. Im Kurzinterview spricht Alena Germann über mentale Fitness, ihren Karrierewunsch als Schülerin und ihre Aufgaben außerhalb des Trainerberufs.

Das Jahr 2019 hat begonnen; haben Sie sich Vorsätze für’s neue Jahr gemacht?

Nein, ich ändere Dinge in meinem Leben lieber sofort und warte nicht auf einen Jahreswechsel.

Was wollten Sie früher als Kind einmal werden, und wie sind Sie beim Trainerberuf gelandet?

Ich wusste bis zum Abitur, und eigentlich auch noch danach, nicht wirklich, was ich werden wollte. Als meine Bio-Lehrerin uns alle fragte, was wir werden wollten, sagte ich: „Glücklich und reich. In der Reihenfolge!“ Ich habe schon immer gerne für meine Ideen und Themen begeistert. Heute verdiene ich u.a. damit mein Geld.

Sie leiten am 21. März das offene Training „Mental fit - Mit „joggendem“ Gehirn zu mehr Leistungsfähigkeit“ – was ist Ihrer Meinung nach die erstaunlichste Eigenschaft, die unser Gehirn besitzt?

Es kann uns „reinlegen“, ohne dass wir es merken . Es kann umprogrammiert werden - so dass wir es merken. Beides sollten wir nutzen für ein entspannt(er)es (Arbeits-)Leben.

Wie verhält sich körperliche zu mentaler Fitness?

Beide sind massiv abhängig von einander. In meinem ersten „Leben“ als studierte Diplom-Fitness-Ökonomin traf ich immer wieder Menschen, die massiv aus der Balance waren. Es ist bei den heutigen Ansprüchen nicht leicht, Balance zu finden und erst recht zu halten. Aber wenn man es nicht versucht…

Sie sind ja sehr vielseitig in Ihrem Spektrum als Trainerin und zudem auch noch in der Personalvermittlung für Italien, Griechenland und Polen tätig. Wie schaffen Sie es, sich bei all dem gut zu konzentrieren?

Ich baue auf Unterstützung und zwar in allen Lebenslagen und -bereichen: als Geschäftsführerin, als Trainerin sowie als Hausfrau und Mama. Dies ermöglicht mir, mich immer auf das zu konzentrieren, was ich gerade machen möchte. Hierdurch kann ich präsent sein und dem Augenblick meine komplette Achtsamkeit und Wertschätzung schenken.

 

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