Expertin des Monats Juli/August - Heike Schönmann

Heike Schönmann

Expertin des Monats Juli/August ist unsere Trainerin für Gesundheitsmanagement & Gender Diversity Heike Schönmann.
Die ursprüngliche Rechtswissenschaftlerin spricht im Interview über ihre Beweggründe, Trainerin und Coach zu werden, sowie über die wichtige Rolle des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Gender Diversity in modernen Unternehmen.

Frau Schönmann, Sie haben Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg studiert und bringen mehr als 20 Jahre Berufserfahrung im Personalbereich z.B. auch bei einem unserer Kunden mit. Was hat Sie dazu bewegt, Trainerin zu werden?
Wie Sie sagen, war ich mehr als 20 Jahre in unterschiedlichen Firmen beschäftigt und dabei immer im HR Bereich. Ich habe mich vom Bereich Arbeitsrecht immer mehr in Richtung Personalentwicklung und Organisationsentwicklung entwickelt, zahlreiche Fortbildungen in diesem Bereich besucht und oft als interne Co-Trainerin fungiert. Das hat mir immer am meisten Freude bereitet. Nachdem ich auch eine umfangreiche Coachingausbildung gemacht hatte, war für mich klar, dass ich künftig Menschen in Ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen will. So kam der Entschluss, mich als Beraterin, Trainerin und Coach selbständig zu machen.

Im Oktober sind Sie als PARLA Trainerin für die „2-tägige Qualifizierung zum innerbetrieblichen BGM-Companion“ im Einsatz. Welche besonderen Vorteile können Unternehmen aus einem innerbetrieblichen BGM-Companion Ihrer Meinung nach ziehen?
Aus meiner Sicht ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) elementarer Bestandteil eines attraktiven und leistungsfähigen Unternehmens. Es braucht dazu interne Verantwortliche für dieses Thema, sonst wird es stiefmütterlich behandelt. Der innerbetriebliche BGM-Companion koordiniert intern das BGM, initiiert für das Unternehmen passende Maßnahmen und sorgt für eine nachhaltige Umsetzung und Evaluation. Außerdem promotet er die internen Angebote – denn wenn nicht bekannt ist, welches BGM-Angebot für Mitarbeiter*innen besteht, werden diese es auch nicht nutzen.

In Zeiten von Informationsflut und schneller werdendem Wandel wird das Handlungsfeld der psychischen Gesundheit, innerhalb des betrieblichen Gesundheitsmanagements, immer wichtiger. Welchen psychischen Belastungen sind Arbeitnehmer*innen besonders häufig ausgesetzt und welche Tipps können Sie geben?
Gerade in der heutigen „VUCA“ Welt, einer volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Arbeitswelt, sind Mitarbeiter*innen oft nicht mehr so fokussiert und müssen viele verschiedene Aufgaben in immer kürzeren Zyklen bewältigen. Oft führt das zu Orientierungslosigkeit oder Überforderung. Der Umgang mit einer als Stress empfundenen Umgebung gelingt nicht allen Mitarbeitern*innen. Gerade jetzt in Zeiten von Corona kommt noch die Mehrbelastung von Homeoffice und Homeschooling dazu, was so manchen Mitarbeiter*in an den Rand der Belastbarkeit führt. Ich denke, hier ist sowohl jeder Einzelne als auch das Unternehmen gefordert. Mit einer anderen Erwartungshaltung ist schon viel Druck herausgenommen. Damit meine ich, dass der/die Mitarbeiter*in nicht denken sollte, er/sie müsse sowohl im Büro als auch in der Rolle zuhause 100% perfekt sein. Und wenn diese Anforderung auch seitens des Unternehmens durch Vorgesetzte in diesen Zeiten reduziert werden kann, ist das schon eine mentale Unterstützung. Aber auch durch Angebote in Sport und Entspannung können Arbeitgeber Mitarbeiter*innen unterstützen, mal eine Auszeit zu nehmen, um den eigenen Akku wieder aufzuladen.

Sie sind unter anderem Expertin für Gender Diversitiy und Förderung von Frauen in Führung. Was ist die größte Herausforderung, der sich Frauen in Führungspositionen am häufigsten stellen müssen?
Eine der größten Herausforderungen für Frauen ist es oft, den Mut zu haben, in Führung bzw. weitere Führung zu gehen. Sie glauben, mindestens zu 80 % das Anforderungsprofil der Stelle erfüllen zu müssen, um eine Chance zu haben, während Männer sich schon bewerben, wenn Sie nur ca. die Hälfte aller Kriterien erfüllen.  Frauen äußern auch häufig nicht deutlich genug, dass sie Führungsfunktionen übernehmen wollen – und wenn das niemand weiß, werden sie auch nicht gefragt. Aber es liegt nicht nur an den Frauen, sondern auch an häufig männlich dominierten Entscheidungsgremien, die lieber „Gleiches“ nachziehen.

Sie wohnen im schönen Plankstadt, einem kleinen Vorort von Heidelberg. Was gefällt Ihnen an Ihrem Wohnort am meisten?
Am meisten gefällt mir die Ruhe und die Natur in unmittelbarer Umgebung, und dazu die Nähe zur schönen Stadt Heidelberg, in der ich auch studiert habe.

 

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