Expertin der Monate August/ September - Dr. Heike Rompelberg

Expertin der Monate August/ September ist unser Expertin für Führung und Personalentwicklung, sowie Coach für HR und Potenzialanalyse Dr. Heike Rompelberg

Für die Monate August und September stellen wir Ihnen unsere Expertin Dr. Heike Rompelberg aus Heidelberg vor. Im Interview spricht sie darüber, wie Führung auf Distanz funktionieren kann, über die häufigsten Fehler bei Vorstellungsgesprächen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten in der modernen Arbeitswelt besonders wichtig sind.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Sie leben in der Heidelberger Bahnstadt mit Passiv-Bauweise. Wie gefällt es Ihnen in Heidelbergs neuestem Stadtteil?

Mein Mann und ich fühlen uns sehr wohl in der Bahnstadt. Wir gehören zu denen, die als „Pioniere“ dorthin gezogen sind. Damit war es leicht, Kontakte zu knüpfen und die Nachbarn gut kennenzulernen. Auch die Nähe zum Bahnhof gefällt uns sehr gut, ebenso das Leben in einer Wohnung im Passivhaus. Wir sind schnell in der Altstadt und schauen gleichzeitig ins Grüne.

 

Frau Rompelberg, Sie sind Expertin für Führung und Personalentwicklung. Wie hat sich der Führungsstil Ihrer Meinung nach aufgrund der Einschränkungen im letzten Jahr und durch den Anstieg der Heimarbeit verändert – funktioniert Führung auf Distanz und wenn ja, wie? Was können Betriebe aus dieser Erfahrung mitnehmen in Hinblick auf den Zusammenhalt im Team?

Meine Wahrnehmung ist, dass viele Führungskräfte mehr Vertrauen in ihre Mitarbeitenden entwickelt haben. Wenn vorher durch die Anwesenheit im Büro schon mehr kontrolliert werden konnte, hat dies abgenommen, und Mitarbeitende haben mehr Eigenverantwortung entfalten können. Alleine durch diese beiden Faktoren funktioniert Führung auf Distanz gut. Wichtig ist hierbei, auch weiterhin als Ansprechpartner*in zur Verfügung zu stehen und regelmäßige Jourfixe und Meetings stattfinden zu lassen. Dabei sollte auch genügend Raum für Austausch auf nicht-fachlicher Ebene gegeben werden, z. B. durch Daily oder Weekly Huddles. Die neue Führungsherausforderung dürfte jedoch sein, auf „Hybrid“ umzustellen, d. h. ein Teil des Teams ist im Büro, der andere Teil des Teams im HomeOffice.

 

Ihr Spezialgebiet sind Assessment Center. Was sind dabei Erfolgsfaktoren?

Wesentlich ist sicherlich, mit den Anbietern zu besprechen, was diese konkret anbieten, welches Vorgehen sie vorschlagen, was ihnen wichtig ist. Und welche Erfahrungen die durchführenden Assessoren vorweisen können. Anbieter orientieren sich zum Teil an den Qualitätsstandards des Arbeitskreises AC, die ich für sehr empfehlenswert halte. Auch sich Empfehlungen von HR-Abteilungen anderer Unternehmen einzuholen, ist sicherlich sinnvoll.

 

Im April 2022 sind Sie für PARLA im Einsatz für ein offenes Training, bei dem Sie Bewerber*innen dabei unterstützen, in einem Vorstellungsgespräch positiv zu überzeugen. Wie gelingt es Ihrer Meinung nach, selbstbewusst und offen aufzutreten und die eigenen Stärken nach außen zu präsentieren, ohne dabei überheblich zu wirken?

Meine Empfehlung: Authentisch sein. Sich nicht verstellen und die Fragen ehrlich beantworten, also keine Antworten geben, von denen man glaubt, dass diese „gehört werden wollen“. Dies gelingt am besten, wenn man seine Stärken und auch Schwächen kennt und weiß, was man (nicht) will. Zudem ist es förderlich, wenn Bewerber*innen Situationen schildern können, in denen sie ihre Kompetenzen gezeigt haben. Damit das selbstbewusste Auftreten nicht in Überheblichkeit übergeht, sollten sich Bewerber*innen respektvoll gegenüber den Gesprächspartnern zeigen und gut zuhören. Auch das Eingestehen von einem Fehler, den man möglicherweise gemacht hat (und gleichzeitig erzählen, was man daraus gelernt hat), kann einer möglichen Überheblichkeit entgegenwirken.

 

Ihr persönliches Motto von Antoine de Saint-Exupery lautet: „Um klar zu sehen, genügt ein Wechsel der Blickrichtung“. Welche Bedeutung hat dieser Spruch für Sie?

Den Spruch habe ich für mich im Sinne eines „Perspektivenwechsels“ interpretiert. Meine eigenen Erfahrungen haben mich gelehrt, dass es hilfreich ist, sich auch in das Gegenüber hineinzuversetzen. Dadurch wird mehr Verständnis für die andere Meinung oder das Anderssein des anderen geweckt, und ganz neue Perspektiven bis hin zu neuen bzw. alternativen Lösungsmöglichkeiten können entstehen.
Am Eingängigsten hierfür finde ich das folgende Bild: Man geht einen Weg entlang und geht genau denselben Weg zurück – Das, was man auf dem Rückweg sieht, ist anders als der Hinweg.

 

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Archiv - Experte/Expertin des Monats

Hier finden Sie all unsere Experten und Expertinnen des Monats mit den dazugehörigen Interviews im Überblick:

2021

  • Juni/ Juli - Kirstin Vogel, Expertin für Kommunikation und Veränderung
    „Menschliche Beziehungen basieren auf wirksamer Kommunikation – Unternehmenserfolge auch!“
    Im Interview verrät sie uns die Besonderheit ihrer drei Wohnorte, welche Faktoren eine Rolle bei der Veränderungsarbeit spielen und was Kreativität damit zu tun hat und wie sich die Macht der Kommunikation auf zwischenmenschliche Beziehungen auswirkt.
  • Januar/ Februar - Cristina Ramalho, Expertin für Brasilien und Lateinamerika
    „Die Veränderungen waren da wie ein großer Elefant im Raum, den wir nicht sehen wollten. Wir haben gelernt, dass wir mit der Veränderung umgehen sollten und nicht dagegen steuern. Wir haben alle gemerkt, dass wir auf viele Dinge verzichten können – aber nicht auf die für uns wichtigen persönlichen Kontakte."

2020

  • November - Jörg Schumann, Business- und Mental Coach
    „Und darum muss es doch gehen: Dass wir eine sinnvolle Arbeit machen, bei der man in einem guten, konstruktiven Miteinander gute Ergebnisse erzielt und dabei lernt, Schritt für Schritt besser zu werden und dabei persönlich und als Team zu wachsen.“

2019